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Gestartet wurde im Zentrum in Startblöcken. Hier geht's zur Großansicht...Giro Stormarn - die etwas andere RTF-Radtour

Kaum zu glauben, da bin ich morgens um halb fünf Uhr aufgestanden um mir Wladimirs Boxkampf anzusehen und bin über dem Aufbereiten der Harz-Bilder trotzdem zu spät an den Start der RTF gekommen. Eigentlich kann man ja bei einer RTF nicht zu spät kommen, aber beim Giro Stormarn ist vieles anders.

Insgesamt ca. 700 Teilnehmer nahmen in Startblöcken nach Steckenlänge sortiert Aufstellung. Wohl um Punkt neun Uhr gab Landrat Klaus Plöger den Startschuss für die Teilnehmer auf der 157 Kilometer langen Strecke um dann im Dreiminutentakt die Teilnehmer der anderen Distanzen auf die Strecke zu schicken.

Landrat Klaus Plöger gab im Freiminutentakt die Startschüsse. Hier geht's zur Großansicht...Als ich an den Start kam, machte ich selbstverständlich erst mal ein paar Fotos und weil der Landrat einen Startschuss abgab, meinte ich, dass der damit die Langstreckler auf die Bahn geschickt hätte. Wie man sich doch täuschen kann. Jede Teilnehmergruppe wurde mit großem Tam Tam verabschiedet. So bin ich denn hinter den Teilnehmern der 73 Kilometer Distanz hinterher geradelt, wo ich doch eigentlich zur 126er-Gruppe gehörte.

Nach einigen Kilometern fand ich dann eine Gruppe, in der ich mich wohl fühlte. An der ersten Kreuzung stand eines der von Volvo gestellten Servicefahrzeuge (Foto), daneben ein Mann, der uns den Weg frei hielt. In einem Zwanzig-Sehlen-Dorf hinter Neufresenburg klatschte ich die Hände von sechs am Straßenrand stehenden Kindern ab.

Über Seefeld, Wakendorf I, Bahrenhof, Bühnsdorf, Klein Gladebrügge, Dreggers und Sühlen geht es nach Schlamersdorf. In einer engen Kurve ist der Belag der halbe Straße deutlich abgesenkt. Zum Glück sehe ich das und fahre nicht so schnell darüber. Eine kurz dahinter liegende Gefahrenstelle war deutlich ausgeschildert. Insgesamt war die Ausschilderung recht gut. Ein Mal standen neben mir einige irritierte Teilnehmer an einer Gabelung ohne Schild. Das kurz davor stehende Schild "Felderteilung" hatten die glatt übersehen.

Das Gelände war teilweise sehr hügelig. Hier geht's zur Großansicht...Es folgte eine schöne Walddurchfahrt, dann ging 's am Kloster Nütschau vorbei zur ersten Kontrolle nach ca. 35 Kilometern in Tralau. Über eine verkürzte Strecke wurden auch die Teilnehmer des 24 Kilometer langen Volksradfahren dorthin geleitet. Das Angebot an Speisen und Getränken war üppig. Es gab sogar Energieriegel und mit Magnesium versetztes Mineralwasser. Die Kontrollstation befand sich auf den Gelände des örtlichen Sportvereins vor dessen Vereinsheim. Das hatte den Vorteil, dass man die Toiletten benutzen konnte.

Weiter ging es über Heidick und den Klingberg. Dieser Berg hebt sich deutlich von der hügeliegen Umgebung ab, weil auf ihm ein Sendemast steht. Es folgten Tönningstedt und Borstel mit einem idyllischen mit Schwänen besetzten See durch einen herrlichen Wald nach Süllfeld mit der wunderschönen Backsteinkirche. Über Nienwoldt und Elmenhorst stießen wir nach insgesamt 60 Kilometern auf den zweiten Kontrollpunkt beim Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Fischbek.

Erste Kontrollstation in Tralau. Hier geht's zur Großansicht...Das Essensangebot war nun drastisch kleiner geworden. Eine Dame packte hastig einen Karton Bananen aus, um sich dann mit den Worten "Ich muss zur nächsten Station" zu verabschieden. Als ich dort abfuhr hatte die letzte Banane ihren Abnehmer gefunden. Auf dem Rasen lag zwar noch ein Karton Brot, doch niemand öffnete ihn. Womit hätte er es auch belegen sollen? Keine Ahnung, wie es dort später zuging.

Der nächste Abschnitt war mit 42 Kilometern der längste, deshalb habe ich mich ausgiebig gestärkt. Weil mir solche Versorgungsengpässe von den anderen RTFs nicht neu waren, hatte ich bei der ersten Kontrolle genug zu essen gebunkert. Über Wulfskuhle, Sattenfelde, Rohlshagen und Barkhorst ging es zu einem langen Anstieg durch Eichede zum höchsten Punkt der Tour.

Bei dieser RTF habe ich erstmals verstärkt darauf geachtet auch an Steigungen meine Gruppe nicht zu verlieren. Das führte dazu, dass ich nun weiß, was die im Fernsehen meinen, wenn sie davon sprechen, dass ein Radrennfahrer "beißen" musste. Über Franzdorf, Schiphorst, Steinhorst, Labenz, Schäferkaten, Siebenbäumen und Trenthorst ging es zur dritten Kontrolle beim Feuerwehrhaus der FF Klein Wesenberg.

Zweite Kontrollstation am Feuerwehrhaus Fischbek. Hier geht's zur Großansicht...Die Ortnamen habe ich mir nicht gemerkt, sondern von der Kontrollkarte abgelesen. Die Schrift ist schwarz auf blau auf einem Zettel im A5-Format und deshalb so klein, dass sie wohl unterwegs viele Teilnehmer mangels Brille kaum lesen konnten. Besondere Ereignisse sprach ich mir teils während der Fahrt auf mein elektronisches Diktiergerät. Unterwegs holte uns ein Servicewagen der Firma Radsport Wullf ein. Der betreute dann einen in einem dazu passenden Trikot fahrenden Radler.

Zum Glück gab es am Depot anfangs noch Müsliriegel und Käsebrote. Als die ausgegangen waren, ging ich frustriert darüber, dass das wohl bei keiner RTF richtig klappt, zur Toilette. Als ich wieder kam, sah ich mit staunenden Augen drei Leute behende Käse- und Mettwurstbrote schmieren. Toll, wie schnell die dann doch reagiert haben.

Vor der Station stach mir ein außergewöhnliches Rad ins Auge, eine Speedmachine von HP Velotechnik. Das ist vollgefedertes Liegerad mit Scheibenbremsen und einer Vollverkleidung hinter der Sitzbank. Meine blöde Digitalkamera von Jenoptik brauchte mehr als zehn Versuche bis sie ein Bild aufnahm - am helllichten Tag mit automatisch zugeschaltetem Blitz (!) und das Resultat war auch noch unscharf.

Dritte Kontrollstation am Feuerwehrhaus Klein Wesenberg. Hier geht's zur Großansicht...Die letzten 24 Kilometer fuhren wir über Groß Barnitz, Klein Barnitz, Benstaben, Meddewade, Steensrade, Rethwischdorf, Treuholz, Gut Schulenburg und Pölitz. Das Wörtchen "Wir" passt hier nicht so ganz, denn auf den letzten zehn Kilometern hatte ich erste keine passenden Windschattengeber gefunden. 

Kurz vor dem Ende unserer Tour rund um Bad Oldesloe fand ich dann doch wieder Anschluss. Wie so oft an diesem Tag wurde ich von zwei Damen gezogen. Eine der ersten Gruppen, an die ich mich hängte, bestand aus einem Mann, der drei Damen und die mich zogen. Meine Vorderfrau war eine zarte Person mit nicht sonderlich muskulösen Waden, die ich auf der 45er-Runde wähnte. Ich hab sie dann bei der dritten Kontrolle und am Ziel wiedergesehen. Später fuhr ich dann in einer großen Gruppe in einer Zweierreihe neben einer Dame die so um die sechzig Jahre alt sein dürfte. Respekt vor diesen Frauen! 

Glück hatten wir mit dem Wetter. Oft war der Himmel wolkenverhangen und aus der Ferne sah man dunkle Regenwolken, aber ich habe keinen Tropfen abbekommen. Am Tag zuvor hatte es noch oftmals kräftig geregnet. Der Wind an dem Tag war moderat. Tags darauf zog ein Sturm über Norddeutschland hinweg. Andererseits war die Strecke für norddeutsche Verhältnisse mit x Höhenmeter je zehn Kilometer recht hügelig.

Blick von der Stormarnhalle auf die dort verweilenden Angekommenen. Hier geht's zur Großansicht...Zurück an der Stormarnhalle nahm ich staunend zur Kenntnis, dass unter allen Teilnehmern zahlreiche Preise ausgelost worden waren, darunter Rennschuhe, Trikots, Taschen, etc. Leider hatte ich kein Losglück. Beim Start hatten wir etliche kleine Proben - Neudeutsch: Give-aways -, darunter ein Milchmixgetränk, Vitamin-C-Tabletten und einen Gutschein für ein alkoholfreies Holsten Cooler. Es war schon beindruckend, welchen Aufwand der RV Trave getrieben hatte.

Ich weiß nicht genau, wie viele Teilnehmer am Start gewesen waren, vielleicht waren es etwas über 500. Im Vergleich mit Hamburger RTFs mag einem das wenig erscheinen, Bad Oldesloe verfügt aber nicht über ein so dicht besiedeltes Einzugsgebiet. Diese RTF hätte ein doppelt so großes Starterfeld verdient gehabt.

Ich gönnte mir nach einem Kaffee und zwei Stück Kuchen eine Schinkenwurst und das alkoholfreie Bier. Die Schlange vor dem Imbisswagen war zwar etwas lang, dafür entschädigte aber die Wurst mit einem leckeren Geschmack zum kleinen Preis.

Einer der geliehenen Servicewagen vor dem Imbisswagen. Hier geht's zur Großansicht...Dort traf ich Björn Goth, der wie am letzten Sonntag die Langstrecke mit einem Affenzahn gefahren war. Getroffen hab ich auch kurz Holger Studtmann und schon bei der Fahrt auf den Parkplatz sah ich Olaf Schäfer mit der obligatorischen Zigarette im Mundwinkel. Stolz berichte er mir, dass er nächste Woche bei der RTF seines Vereines, der RV Germania jeden notiert, der bei rot über die von ihm bewachte Ampel fährt.

Welches ist der Deutschen liebste Freizeitaktivität? Radfahren? Wandern? Nein, es ist Autospazierenfahren! Auf dem Rückweg nach Hamburg stand ich auf der Autobahn von Bargteheide bis Rahlstedt im Stau. Der reichte zwanzig Kilometer weit bis zum Kreuz Hamburg-Süd. Wie entspannend dagegen radfahren doch ist.

Es folgen das Höhenprofil und weitere aufgezeichnete Daten. Die Kontrollstationen sind mit roten Linien markiert. Du kannst Dir das Protokoll auf Deinen PC runterladen. Dazu klicke einfach hier.

Hier findest Du die Berichte vom Giro Stormarn 2005 und Giro Stormarn 2004

Graphische Auswertung

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Tabellarische Auswertung

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