RTF-Radtour
Durch Auen und Moore ab Norderstedt - Wer zu spät kommt, den bestraft der Starter
Zügig
verlief der Start zur RTF Durch Auen und Moore der RV Germania im Jahr
2004. Zu meinem
Leidwesen erlebte ich den vom Auto aus, während ich noch mich und mein
Rad herrichtete. Ich hatte mich bei der Anfahrt mal
wieder verfahren, weil der Startpunkt von der Schleswig-Holstein-Straße
aus nicht ausgeschildert war. Bei der Schule angekommen, musste ich
fassungslos zuschauen, wie das gesamte Startfeld mit etlichen hundert Teilnehmer in großen
Gruppen von dannen zog.
Frustriert nahm ich
Minuten später allein die Verfolgung auf, ohne jede Chance jemals gleich starke Radfahrer
einholen zu können. Meine Ärztin hatte mir wegen einer abklingenden Erkältung
geraten meinen Puls nicht zu hoch zu treiben.
Wegen einer Bindehautentzündung im linken Auge sollte ich zudem eine
Brille tragen, aber das tue ich eh immer.
Zum Glück kamen noch mehr Teilnehmer
hinterhergekleckert. Darunter waren viele Genussradler mit und ohne
Kinder. Ich sah Kinder die im Anhänger saßen, auf einem Trailer oder auf
einem eigenen Rad mitradelten. Nach wenigen Kilometern fand ich Anschluss und Windschatten an
zwei große kräftige Rennrad-Fahrer, die viel Windschatten boten.
Die ersten fünf
Kilometer führten uns durch ein Industriegebiet aus Norderstedt heraus.
Danach führte die Route auf schönen verkehrsarmen Wegen durch Henstedt-Reen, Togenkamp,
Horst und Kisdorf zur ersten Kontrolle auf einem einsam gelegenen
Bauerhof. Ich hörte wie dort ein Vereinsmitglied berichtete, dass man
sich seit Jahren dessen bewusst ist, dass diese Kontrolle nach knapp über 20
Kilometern zu früh gelegen ist, dass es aber keine vernünftige
Alternative dazu gibt.
Der RV Germania
hatte ein üppiges Buffet aufgedeckt. Neben Zitronen- und Orangengetränk
gab es Rosinenbrot, Butterbrot und Mini-Salamis (!), Bananenstücke,
Fruchtschnitten, Trink-Yoghurts, Corny-Riegel, Hanuta und Knoppers.
Zwei
Reporter vom lokalen Fernsehsender noa4-TV interviewten dort die
Teilnehmer. Mit Wonne widmeten sich die beiden einer besonders
auffälligen Radlerin. Trotz ihrer schneeweißen Haut sah sie besonders
knusprig aus und schien sich dessen bewusst zu sein.
Sexy sah es auch
aus, wie sie später ihre Haare im Fahrtwind wogen ließ. Ich habe das Fernsehteam
gebeten die Bilder davon trotzdem nicht im Fernsehen zu zeigen. Während
der Tour hätte sie besser einen Helm getragen.
An der Kontrolle
traf ich Jens "Jenne" Seemann mit seinem neuen, selbst
mitkonstruierten Liege-Rennrad. Jenne war mit den Fahreigenschaften des
Prototypen sehr zufrieden - aerodynamisch und doch komfortabel. Das Rad
soll in Serie gefertigt werden. Wenn Du Dich dafür interessierst, klicke
einfach hier.
Über
Hüttblek, Sievershütten und Struvenhütten ging es nach Hartenholm. Dort künden noch
immer Schilder davon, dass man in den 60er-Jahren drei Mal als schönstes
Dorf ausgezeichnet wurde. Dies ist zwar schon vierzig Jahre her, aber es
ist immer noch schön dort.
Weiter ging es über Klint
nach Heidmühlen mit einem wunderschön an einem Bach (welchem?) gelegenen Haus.
Über Latendorf und Braak kamen wir nach Willingrade mit einem
auffälligen großen Gewächshaus mit einer großen Bierreklame dran. Erst
auf den zweiten Blick erkannte ich, dass es ein "Glashaus"
genanntes Restaurant ist.
Zuletzt hängte ich mich an eine Gruppe, die von Mitgliedern der VSG
Stapelfeld angeführt wurde.
Die
zweite Kontrolle lag in einem Wäldchen hinter Brammerhörn. Dort
traf ich wieder auf den ach so in mich (!) verliebten Gockel. Der hatte dann
wohl voller Vorfreude auf die kommende Fahrt mit mir sich und sein Rad an
der Straße bereitgestellt. Einen Moment, in dem er mit Bekannten
plauderte, nutzte ich um Auszureißen. Der Preis dafür war, dass ich nun
etliche Kilometer allein fuhr und nichts mehr zu trinken hatte. Meine neben meinem Rad
abgestellte Trinkflasche hatte ich vergessen zu verstauen.
Weiter
ging es über Gönnebek, Rickling,
Wahlstedt, Wittenborn, Kükels und Todesfelde. Unterwegs sah ich erstmals
ein Fitnessrad mit Rohloff-Schaltung und Scheibenbremsen. Mit einem
geraden Lenker mit Bar Ends und einem Mini-Gepäckträger vom Typ Tubus
Fly ergab das ein Reise-Fitnessrad. Bevor ich das Rad näher inspizieren
konnte, trennten sich an der Felderteilung leider unsere Wege.
Kurz
darauf fragten mich zwei Radler vom Wegrand, ob ich eine Luftpumpe dabei
hätte. Klar, hatte ich, allerdings eine mit CO-Patronen betriebene und
die sind teuer. Zunächst versuchte ich deshalb deren alte Pumpe in Betrieb zu
nehmen, mit dem Resultat, dass die danach endgültig kaputt war.
Tronje
Krüger staunte nicht schlecht, wie dann ein Stoß aus meiner Minipumpe seinen
Reifen hart wie noch nie werden ließ. Er wollte mir die Patrone bezahlen,
weil ich aber den Preis nicht wusstee, verzichtete ich darauf. Dafür
versprach er mir eine Wurst auszugeben, wenn wir uns denn am Ziel treffen
würden. Zunächst bot er mir einen Schluck aus seiner Trinkflasche an, als ich ihm von meinem Malheur mit
meiner berichtete.
Gemeinsam
trotzten wir auf den nächsten Kilometern dem Fahrtwind. Auf dem letzten Stück der Tour wurde
ich mehrfach von Radfahrern überholt, die wohl mit einem Schnitt von über 35
km/h die 150er-Runde gefahren waren. Im Sog eines großen Feldes sah ich
drei Liegerad-Fahrer ganz entspannt hinterher strampelnd. Einer dieser
Gruppen Schloss Tronje sich an, ich musste schon nach kurzer Zeit mit
Rücksicht auf meine Pulswerte abreißen lassen.
Das
Verpflegungsangebot war auch an
der dritten Kontrolle völlig ausreichend. Der Veranstalter hatte
sicherlich mit besserem Wetter und mehr Teilnehmern kalkuliert. Nachdem ich mich gestärkt hatte, ging es über Stuvenborn,
Sievershütten mit dem unglaublich kitschig aussehenden PelzSchloss Dmoch, Kisdorfer Wohld, Wakendorf II und Wilstedt zurück nach
Norderstedt.
15 Kilometer vor der Stadtgrenze verlor einer seine große,
fast volle Trinkflasche. Der nachfolgende Fahrer konnte nicht mehr ausweichen, fuhr
drüber, stürzte aber zum Glück nicht. Die
letzten Kilometer fuhr ich zusammen mit Gerd Wenzel, einem Kontrollfahrer
von der RG Wedel. Er erklärte mir, dass die Vereine reihum die
Kontrollfahrer für die RTFs der anderen Vereine stellen. Am Ziel erwartete mich
Tronje, lud mich zu einer Bockwurst mit
Kartoffelsalat ein und stellte mich seiner Freundin
Petra als seinen Retter vor.
Trotz Regens
hatte ich ins Auto gesetzt und war nach Norderstedt gefahren. Nur wenn es Kuhscheiße regnen würde,
wollte ich auf die Tour verzichten. Statt derer kam nur zwei Mal kurz
Wasser von oben. Das unangenehmste daran war, dass ich beide Male darüber
meine Gruppe verlor. Um
meine Jacke anzuziehen, musste ich kurz anhalten. Bewährt haben sich wieder meine Armlinge, weil man damit
während der Fahrt die Körperwärme regulieren kann.
Ich hätte auch
meine Überschuhe anziehen sollen. Nach dem Regen fror ich an den Füßen.
Statt der vom Wetterbericht versprochenen 20 war es bis zum Mittag nur 14
Grad "warm". Erst zum Schluss kämpfte sich ab und zu die Sonne
durch.
Die Strecke war gut
ausgeschildert. Vor gefährlichen Kreuzungen wurde mit deutlich sichtbaren
Schildern hingewiesen. Vor der K3 hatte jemand ein Schild geklaut, so dass
sich einige Fahrer verfuhren.
Aus dem an mir
vorbeirollenden Startfeld grüßte mich Hochbahn-Rad-Manne, sonst habe ich
keinen der üblichen Verdächtigen getroffen. In der Schule lief ein Video
mit einem langen Bericht, den noa4 wohl in einem der Vorjahre erstellt und
ausgestrahlt
hatte. Ich freue mich schon darauf, dort im nächsten Jahr das Video von dieser
RTF anschauen zu können.
Tacho-Protokolle samt Auswertungen findest Du bei den Links. Ein
GPS-Protokoll samt Karte beim Bericht aus dem Jahr 2006.
Hier findest Du den
Bericht von der RTF
Durch Auen und Moore ab Norderstedt
2006
|