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Start zur RTF. Hier geht's zur Großansicht...RTF Durch Marsch und Heide ab Winsen - Die windige RTF

Man, so hat mich lange keine RTF mehr ausgelaugt. Schuld hatte wohl der Wind, der uns mit bis zur Stärke 9 (!) um die Ohren blies. Immerhin blieb es trocken und sonnig nach all dem Regen am Vortag. Es war mindestens das vierte Jahr in Folge, in dem es auf dieser RTF sehr windig war.

Fast wäre ich morgens mit dem Auto wieder umgedreht. Es war nicht nur windig, sondern auch kühl und vor allem nass, aber ich hatte mir die 118er-Runde fest vorgenommen, dafür meine am Vatertag übliche Klabber Jas, Bier und Kümmel-Orgie abgesagt. Es war meine erste RTF, die ich trotz angeblicher Regen-Garantie antrat.

Peter Raddatz im Zentrum des Geschehens. Hier geht's zur Großansicht...Ich hatte mal wieder Start-Schwierigkeiten. Dieses Mal in einer neuen Variante, die später dazu führte, dass ich beinnahe noch eine Extra-Runde Klecken - Hamburg-Tonndorf - Klecken gefahren wäre. Ich meinte mein Portemonnaie daheim vergessen zu haben. Mit der Begründung erbettelte ich mir einen kostenlosen Startplatz von Peter Raddatz (Foto rechts), erster Vorsitzender des TSV Winsen und wie immer im Zentrum des Geschehens stehend. Mit der für mich nicht unüblichen Verspätung klinkte mich in die Startfolge ein.

Bis zum Ziel begleitete mich mein Arbeitskollege Detlef Schmeelke (Foto links unten). Wir trafen Björn Goth, Jörg Pape und Sven Wagner, alle ebenfalls von der Haspa. Die BSG Haspa plant für 2007 ein langes Wochenende mit dem MTB durch die Dolomiten zu fahren. Darauf gilt es sich vorzubereiten. Man kann die Nordheide, durch die diese RTF führt, zwar nicht annähernd mit den Alpen vergleichen, sie bietet aber für mittel-norddeutsche Verhältnisse relativ viele Anstiege.

Auf den ersten Kilometern. Hier geht's zur Großansicht...Anfangs fuhren wir wie so viele bei einer RTF in einem für uns viel zu hohen Tempo. Um die 35 km/h kann man bei den Windverhältnissen für Menschen meines Alters als durchaus zügig ansehen. Darüber flogen die man gerade 20 Kilometer bis zum ersten Depot in Luhmühlen scheinbar an uns vorbei. Wie in den Vorjahren gab es Bananen, Äpfel, Riegel, Sahne-Yoghurts und Butterwaffeln. An allen Depots das gleiche und in hinreichenden Mengen.

Bekanntlich gehen die Vorstellungen darüber, wie so ein Depot mit Lebensmittel bestückt sein sollte, weit auseinander. Ich bin Vertreter der "Vielfältig und lecker"-Fraktion. Ginge es nach meinen Vorstellungen von Breiten-Radsport, würden uns an jedem Depot neben der üblichen Versorgung zwei hübsche Propagandistinnen erwarten ("Nur gucken, nicht anfassen."), die uns mit kleinen Leckereien verwöhnten. Es gäbe Wurst-, Fisch-, Salat-, Käse- und Dessertvariationen, in der Reihenfolge.

Das Depot in Luhmühlen. Hier geht's zur Großansicht...Dass ich mir auch vorstellen kann, dass man sich gegen geringes Entgeld massieren lassen kann - Nein, nicht von den Propagandistinnen -, mag Dich amüsieren, ist aber keineswegs abwegig. Zehn Tage später bei der RTF in Lüneburg wurde dies im Ziel angeboten und begeistert angenommen.

Objektiv betrachtet ist die Verpflegung in Lüneburg als gut einzustufen und Massageangebote werden wohl auch in den nächsten Jahren eher die Ausnahme bleiben. In Luhmühlen sah ich erstmals, dass an einem Depot Mülltrennung praktiziert wurde. Plastikbecher und Bananenschalen sollten in separate Tüten geworfen werden. Daran müssen sich einige Teilnehmer wohl erst noch gewöhnen.

In der Nordheide. Hier geht's zur Großansicht...Der scheinbar leuchtend blühenden Raps, dessen Anblick uns auf den vorherigen RTF begleitete, war bereits abgeerntet. Dafür blühte der Ginster. Nicht in solch riesigen Feldern, dafür aber natürlich wirkend. Beeindruckt hat mich auch der Blick auf die nette Gartenterrasse unter alten Bäumen vor dem nicht minder alten Haus des Restaurants "Zum Lindenhof" in Marxen. Die Leute an den Tischen strahlten auch wenn Sie noch gar nichts aufgetischt bekommen hatten.

Verwirrung gab es in Ehestorf, weil es nach rechts und vermeintlich gleich wieder nach rechts abging, dabei sollten wir geradeaus fahren. Erst nach über hundert Meter kam das Bestätigungsschild. Vielleicht war ein Schild gestohlen worden? Vor Schmalenfelde fehlte das Felderteilungsschild. Vermutlich hatte es ein depperter Teilnehmer abmontiert. Links ab war hier ebenso richtig wie geradeaus oder eben ebenso falsch, je nach dem, welche Distanz man fahren wollte. Von den Vorjahren wusstee ich, dass wir uns links halten mussten um auf die 118er-Runde zu gelangen.

In der Lüneburger Heide. Hier geht's zur Großansicht...Nach einiger Zeit erreichten wir den Elbdeich, auf dessen letztes Stück ich mich besonders gefreut hatte, weil man dort auf Höhe der Deichkuppe statt des Deichfußes fährt und eine tolle Aussicht auf das gegenüber liegende Elbufer elbaufwärts von Zollenspieker genießen kann. Zu meiner Überraschung bogen wir aber vorher rechts ab. Erst dachte ich, dass wir wohl gleich wieder an den Deich zurück geführt würden, wurden wir aber nicht. Wohl die gleiche Baustelle die uns im letzten Jahr zu autofreien Verkehr auf dem Abschnitt verholfen hatte, sorgte nun dafür, dass der Abschnitt gänzlich gesperrt war.

Selbstverständlich trafen wir auch auf einige Himmelfahrts- und Vatertagsausflügler. Erstere zum Teil auf Kutschen, letztere zum Glück nur so betrunken, dass wir sie einiger Maßen sicher umkurven konnten.

Die Postkutsche. Hier geht's zur Großansicht...Auf den Asphalt fiel ich trotzdem dank eigenem Verschulden. Die große Postkutsche, die wir grad überholt hatten, wollte ich so gern von vorn fotografieren, dabei nicht all zu viel Abstand auf Detlef bekommen. Ich machte den Fotoapparat schon während der Fahrt schussbereit, hielt ihn in der linken Hand, klinkte den rechten Fuß aus und bremste scharf. So scharf, dass ich abrupt zum Stehen aber nicht mehr aus dem linken Pedal kam.

Ich kippte einfach nach links um, versuchte dabei den Apparat zu schützen - Kratzer an dessen Aussenhaut heilen nicht ab - trotzdem schlug der in meiner Hand auf der Straße auf, wobei ich in dem Moment unabsichtlich den Auslöser auslöste. Man, war das peinlich. Vorsichtig blickte ich Richtung Kutsche. Niemand lachte. Aber vielleicht ist mein Manöver ja demnächst auf einer der einschlägigen Video-Seiten zu belächeln.

Das Foto vom und beim Sturz. Hier geht's zur Großansicht...Den Begleitzettel, auf dem man sich die Kontrollstempel für die RTF-Punktewertung aufdrücken lassen kann, hatte ich unterwegs verloren. Meine Stempelabdrucke prangten auf meinem rechten Unterarm. Ich schnackte mit Peter, der mir etwas enttäuscht erzählte, dass in diesem Jahr nur drei Leute zum Volksradfahren erschienen waren. Ansonsten war er mit der Teilnehmerzahl von ca. 630 sehr zufrieden.

Ob ich denn einen Kaffee möchte, fragte er. "Nein, danke. Ich habe wirklich kein Geld dabei." erwiderte ich. Den Kaffee bekam ich trotzdem. Peters Frau Liesel erweichte meine Geschichte ebenfalls das Herz: Sie kredenzte mir einen Teller mit Bockwürsten und ihrem leckeren selbstgemachten Currysalat dazu.

Die Kutsche von vorn. Hier geht's zur Großansicht...Vorm Vereinshaus traf ich Klaus Paul von der RSG Blankenese. Er beneidete mich darum, dass ich als Rentner mit meiner Homepage eine sinnvolle Beschäftigung gefunden hätte. Er ist noch auf der Suche nach etwas für ihn passendes. Klaus konnte kaum glauben, dass ich berufstätig bin.

Auf der Heimfahrt dann der Schock: Die Tankanzeige signalisierte, dass nur noch wenige Tropfen Benzin in meinem Tank schwammen. Und nun? Die Leute, die ich in erster Linie um Hilfe gebeten hätte, saßen daheim am Kartentisch, soffen sich grad den nächsten Level an. Und was, wenn die anderen keine Zeit hätten? Den nächsten Bahnhof ansteuern? Vergiss es. Auch Bahnkarten kosten Geld! Den ADAC anrufen? Keine schlechte Idee. Ansonsten hatte ich ja noch das Rad im Auto.

Auf dem flachen Abschnitt. Hier geht's zur Großansicht...Solange der Motor läuft, wähnt man sich dort in der Zivilisation, zumindest nicht weit davon entfernt. Ginge er jedoch wegen Benzinmangel plötzlich aus, würde die Gegend in meiner Wahrnehmung zur Pampa mutieren. Bei jedem Halt vor einer Ampel schaltete ich den Motor ab, sah die Tanknadel durch das Bremsmanöver hochschnellen und beim Anfahren immer dramatischer abfallen. Auf einer Tankstelle bei Klecken bereite ich diesem Spiel ein Ende. Rechts ran. Motor aus. Rien ne va plus!

Also, Handy raus und sich erst mal mit meinem Mädel beratschlagt. Ich wollte ihr schonend die schlechte Nachricht beibringen, dass ich eventuell etwas später daheim und mit dem Rad statt dem PKW ankommen würde. Wie so oft hatte sie mehr Überblick als ich. "Dein Portemonnaie ist hier nicht." sagte sie bestimmt. Wo aber war es dann? Na klar, nicht in der Sattel-, sondern in der Sporttasche! Also, Portemonnaie gegriffen, getankt und hundemüde nach Hause gefahren.

Die Route in MapSource. Hier geht's zur Großansicht...Der Wind hatte viel Kraft gekostet, das vermeintlich fehlenden Benzingeld Nerven dazu. Zusammen mit der viel zu kurzen Nacht vorher haute es mich um. Daheim angekommen fiel ich in dreistündigen tiefen Schlaf.

Die Route kannst Du aus der Karte ersehen, die ich mittels des GPS-Protokolls in MapSource erstellt habe. Dazu liegt mir die freundliche Genehmigung des Verlages vor.

Dieser Bericht mag Dir für meine Verhältnisse kurz ausgefallen vorkommen. Das liegt daran, dass es meine vierte Teilnahme in Folge bei der RTF Durch Marsch und Heide war und ich alles Wissenswerte darüber bereits in den Vorjahren berichtet habe. Wenn Du mehr über die RTF Durch Marsch und Heide erfahren oder ein Höhenprofil der 81er-Runde mit der Fahrt durch die Nordheide sehen möchtest, schau Dir doch bitte die Vorjahresberichte an und auch jeweils die Bilder im Album dazu. Das GPS-Protokoll hier führt stammt aus diesem Jahr.

Hier findest Du alle Bilder der RTF Winsen 2007

Und hier die Berichte von der RTF Winsen 2006, RTF Winsen 2005 und RTF Winsen 2004

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