RTF-Saison - Rückblick beim Kaffeeklatsch
Bei Kaffee und Kuchen ziehen die Radsport-Verbände Hamburg und
Schleswig-Holstein alljährlich Bilanz über die abgelaufene Saison,
liebevoll RTF-Kaffeeklatsch genannt. Eingeladen sind alle Mitglieder, die ihre Wertungskarte zurückgegeben hatten.
Wie bei den Radsportveranstaltungen so steigen auch hier die
Teilnehmerzahlen. Waren in Hamburg im Jahr 2003 ca. 90 Radsportler
erschienen, so waren es 2007 bereits ca. 140, in Schleswig-Holstein ca.
120. Ein Grund dafür mag auch sein, dass man neuerdings Gast des
Verbandes ist und keinen Eigenanteil mehr bezahlen muss. In Hamburg zog
man von der zu klein gewordenen Cafeteria der Gewerbeschule am
Ebelingplatz in die große Aula um. Das
Gros der Teilnehmer setzt sich aus Leuten zusammen, die nicht nur an den RTFs
und CTFs
teilnehmen, sondern diese auch mit ihren Vereinen ausrichten. Dazu zählt
erst seit wenigen Jahren auch der Betriebssportverband Hamburg, dem ich
über die BSG Haspa angehöre. So traf ich denn im Gegensatz zu 2003 im
Jahr 2007 viele Kolleginnen und Kollegen aus meiner und anderen Firmen. RTF
Fachwart Rolf Titel, seine Frau
Susanne und seine Sportkameraden vom RV Endspurt hatten ein üppiges
Kuchenangebot aufgefahren. Die Auswahl wurde mit der Zeit natürlich immer
kleiner. Als ich mich nach einem langen Plausch mit Rolf dem Buffet
widmete, standen nur fettige Cremetorten bereit. Das von mir gewählte
Stück Schwarzwälder Kirschtorte war sehr lecker, aber inkompatibel zu
der zweiwöchigen Brigitte-Diät, die ich mir verordnet hatte.
Nachdem
wir der Appetit gestillt und wir Zeit für Gespräche und Fachsimpeleien
hatten begann der offizielle Teil. Rolf zog eine positive Bilanz über die
vergangene und gab einen Ausblick auf eine wahrscheinlich noch
erfolgreicher verlaufende kommende Saison. Es kommen kontinuierliche
weitere Veranstaltungen hinzu. Von April bis September kann man im Raum
Hamburg und Schleswig-Holstein an nahezu jedem Wochenende an einer
Veranstaltung teilnehmen. Die
Statistik besagt, dass die Teilnehmerzahlen weiter gestiegen sind, der
Anteil der Vereinsmitglieder ebenfalls weiter zunimmt und dass immer mehr
Teilnehmer sich für die RTF-Langstrecken, Radmarathon und Brevets
entscheiden. Für die Teilnahmen erhalten die Wertungskartenbesitzer
Punkte gutgeschrieben. Die jeweils drei erfolgreichsten Punktesammler bei
den Herren und Damen wurden geehrt.
Deren Punktestände aus zum Teil
mehr als 70 Teilnahmen sind nur mit enormen aber durchaus vertretbarem
Zeitaufwand zu erzielen. Aus einigen anderen Landsverbänden werden
vereinzelt Punktezahlen gemeldet, die nicht nur mein Vorstellungsvermögen
übersteigen, wie man die denn zusammenfahren soll. Es stellt sich einem
die Frage, ob diese Leute fremde Hilfe gehabt hatten und ob ihr Leben noch
in der Balance ist. Man kann bekanntlich alles übertreiben, auch das
RTF-Punkte sammeln. Nach
Rolf spricht traditionell der erste Vorsitzende des Radsportverbandes zu
den Gästen. Manfred Schwarz beließ es 2007 nicht nur bei einigen
freundlichen Worten an die Ausrichter und Gäste der Veranstaltung. Er
erteilte dem Doping und Querelen im Verband eine klare Absage.
Zum
Abschluss werden Umschläge an die Gäste verteilt. Darin finden sie ihre
Wertungskarte, die Jahresauszeichnung, so sie denn die erforderliche
Punktezahl erreicht hatten, die Saisonstatistik und als kleines Präsent einen
Radsportkalender für Hamburg und Schleswig-Holstein vor. Rolf ist
RTF-Fachwart in beiden Verbänden und somit auch Ausrichter beider
Kaffeeklatsch-Veranstaltungen. Mich beeindruckte, dass Rolf von den
zusammen ca. 750 abgegebenen Wertungskarten von ca. 400 Radsportlern das
Gesicht vor Augen hat, wenn er deren Karte in den Händen hält.
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