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Eine RTF ist kein Rennen. So geht's auch. Hier geht's zur Großansicht...800 Teilnehmer bei der RTF RG Hamburg Tour

Glück mit dem Wetter hatte die RG Hamburg im Jahr 2003. Temperaturen von morgens 16 Grad im Schatten bis mittags 33 Sonne und kein Regen in Sicht sorgten für ein großes Teilnehmerfeld. Als ich mich kurz nach neun an den Start stellte stand eine lange Schlange vor mir, obwohl man wohl gegen halb neun die ersten Radler auf die Strecke geschickt hatte.

Haspanesen habe ich nicht am Start angetroffen, die waren alle schon auf der Strecke. Bei der Anmeldung traf ich auf den bestens gelaunten Olaf Schäfer. Der wartete Thomas Wiencke und Jörn Düber von der Luftpumpe Hamburg um mit denen wie ich auch die 115er-Tour zu fahren.

Die erste Kontrollstation lag mitten in einem Wäldchen. Hier geht's zur Großansicht...Die habe ich dann noch kommen sehen, bin dann in dem Glauben losgefahren, sie bei der ersten Kontrolle zu treffen. Olaf allein hätte mich wohl schnell eingeholt, aber mit den beiden im Schlepp ist er dann mit einem 26er-Schnitt hinter mir her gelustradelt. Mein ehemaliger Direktor Roger Schwarz würde dies wohl mit "homöopathischem Altherrenradfahren" titulieren. Liegt 's daran, dass die beiden Fahrräder besser reparieren als fahren können oder haben die morgens das falsche Zäpfchen bekommen?

Der Starter berichtete von geklauten und verdrehten Schildern auf der 155er-Runde, die man gerade wieder neu ausschilderte. Rückblickend vermisste ich nur einige Schilder kurz vor dem Ziel. Die hatte man wohl weggelassen, weil es da geradeaus ging. So was sorgt allerdings nicht nur bei mir für Verwirrung.

Kontrollstation 1 in Linau. Hier geht's zur Großansicht...Eindringlich mahnte der Starter dazu, die Straßenverkehrsordnung einzuhalten, insbesondere nicht bei rot über Ampeln zu fahren. Über die erste große Kreuzung wurden wir von einem Polizisten geleitet. Gleich danach an der ersten Ampel hatten einige Teilnehmern schon vergessen, dass sie bei einer RTF, nicht bei einem Rennen mitfuhren. So sah ich dann zwei Volltrottel bei dunkelrot über die Ampel rollen.

Es war zwar alles frei, sie haben weder sich noch andere gefährdet, allerdings gefährdeten sie den Fortbestand der RTFs, die eines Tages wegen solcher Ignoranten evtl. nicht mehr genehmigt werden. Die Ausrichter haben heute schon mit ständig schärfer werdenden Auflagen zu kämpfen.

Für jeden Geschmack war etwas zu essen dabei. Hier geht's zur Großansicht...Der morgens noch frische Wind hatte in der Zwischenzeit deutlich nachgelassen. Eine Zeit lang fuhr ich in einem Pulk von 20 Fahrern eine Tempo so um die 35. Wie immer habe ich die dann allerdings an der großen Steigung verloren. Kurz danach habe ich mich einer kleineren, ebenso schnellen Gruppe anschließen können. Mit so um die 45 km/h wurden wir von einem einzelnem Fahrer auf einem Liegerennrad (Foto) überholt.

Eine ganze Weile klönte ich bei dem Tempo mit meinen Nebenmann über sein mit einem SON-Nabendynamo und einer Parallelogramm-Sattelstütze ungewöhnlich ausgestattetem Rennrad. Wir fuhren über Ahrensfelde, Siek, Grönwold zur ersten Kontrolle nach Linau., dabei fuhren wir über den zwischen Großenssee und Lütjensee liegenden Pfefferberg. Unterwegs sah ich in einem Teich blühende Seerosen und immer wieder wunderschöne Pferde.

Kontrollstation 2 in Panten. Hier geht's zur Großansicht...Das dargebotenen Verpflegungsangebot begeisterte mich. Orangen-, Apfel- und Bananenstücke, Schwarzbrot mit Schmalz, Mettwurst und Käse, Rosinenbrot mit Margarine, zwei Sorten Müsliriegel und wahlweise Orangen- oder Zitronengetränk. Selten hat mir ein Obst so gut getan wie bei dem Biss auf ein Stück Orange nach den 27 Kilometern flotter Fahrt.

Weiter ging es über Hohenfelde, Köthel, Mühlenrade, Talkau und Tramm. In Breitenfelde stand ein freundlicher alter Mann, der alle Radfahrer von seiner Gartenpforte aus grüßte. Über Bälau und Manhagen gelangten wir zur zweiten Kontrolle in Panten. Da traf ich dann auf Alexandra Link, die mit einem großen Pulk unterwegs war. Darunter waren zahlreiche Leute vom NDR, die auch Mittwochs immer zum Trainingstreff kommen. Sie berichtete davon, dass sie Holger Studtmann und Andreas Lenz gesehen hatte. Volker Heyer grüßte im vorbeigehen. Alex wollte die 155 fahren, der Rest ihrer Gruppe die 115. Weil die aber "nur" ein 28er-Tempo anstrebten, entschloss ich mich auf eigene Faust weiter zu fahren.

Die Gruppe um die Radler vom NDR. Hier geht's zur Großansicht...Ich fand dann auch eine große Gruppe, die ein mir genehmes Tempo fuhren. Bei der nächsten Felderteilung musste ich fassungslos zusehen, wie die in Richtung Tour 4 abbogen. Nur ein Windschatten bietender Fahrer war mir geblieben. Erst mit der zweiten uns überholenden Gruppe konnten wir mithalten. Wir fuhren zunächst durch das märchenhafte Kühsen, wo viele Leute imposante Kletterrosen in ihren Gärten stehen haben. Weiter ging es über Duvernsee, Lüchow, Steinhorst, Stubben und Mollhagen zur dritten Kontrollstation in Todendorf.

War bei der zweiten Kontrolle das Essenangebot schon nicht mehr so üppig ausgefallen, so waren hier nur noch Äpfel und Bananen sowie Mettwurst und Käse ohne Brot im Angebot. Dafür gab es nun zu meinem Erstaunen Cola zu trinken. Björn Goth, der bereits auf dem Rückweg von der 155er-Runde war, erklärte es mir. Für die Schlussetappe ist es durchaus sinnvoll, etwas zucker- und koffeinhaltiges zu trinken. Auf meinen Wunsch hin stellte sich Björn mit seinem Rad für ein Foto auf. Meine blöde Digitalkamera der Firma Jenoptik hat aber mal wieder keines aufgenommen!

Eine RTF ist kein Rennen. So geht's auch. Hier geht's zur Großansicht...Über Delingsdorf, Bünningstedt und Hoisbüttel ging es dann zurück nach Volksdorf. Die Strecke war insgesamt recht hügelig. Fast 400 Höhenmeter waren auf den 115 Kilometer langen Strecke zu überwinden. Sie führte teilweise durch herrliche Natur. An gefährlichen Punkten waren große Warnschilder angebracht. Als mich Björn mit seiner Gruppe überholte, hab ich mich drangehängt. Das ging einige Kilometer lang sehr gut, hab die dann aber wie bei mir üblich an einer Steigung verloren.

Es gab viel Solidarität im Teilnehmerfeld. Als ich für ein Foto stoppte, bot mir sofort jemand Hilfe an. Der dachte wohl, ich hätte eine Panne. Ich sah einen gestürzten Radler, der von vier anderen umsorgt wurde. Als einem Fahrer in einem kleinem Pulk die Kette absprang, hielten wir alle an, um auf ihn zu warten.

Am Ziel lockte der Geruch von gegrillten Würsten. Weil aber nur ein Grill in Betrieb war, stand eine abschreckend lange Schlange davor. Ich entschied mich deshalb zunächst für ein Stück Kuchen. Der kam wohl direkt aus dem Kühlschrank und schmeckte dementsprechend. Der Kaffee wurde in einen winzigen Plastikbechern ausgeschenkt, mit dem ich dann auf Rennradschuhen eine Steintreppe runter zu den Tischen und Bänken balancierte. Immerhin wurde ein Nachschlag angeboten.

Kontrollstation 3 in Todendorf. Hier geht's zur Großansicht...Über solche Ungereimtheiten tröstete mich die Bedienung ein wenig hinweg. Die war nicht nur nett, die sah auch so aus. Auf ihrem prall gefüllten T-Shirt prangte in großen Lettern die Aufschrift "Lovely" and I thought "Wow! Yes, indeed!" Danach bestellte ich dann doch eine Schinkenwurst und eine Thüringer. Die waren billig und schmeckten auch so. Senf und Ketchup gab es nicht mehr. Das Brot war ebenfalls ausgegangen.

Der Hinweg mit dem Rad auf der Straße war stressfrei. Die Straßen waren noch frei und der Anfahrtsweg war gut ausgeschildert. Er führte über kleine Straßen, auf denen man mit dem Rad gut fahren konnte. Zurück hatte ich einige Mühe auf den verschlungenen Straßen aus Volksdorf raus zu finden. Zwischen Volksdorf und Rahlstedt habe ich mich über die schlechten Radwege gequält weil die Straßen voll waren. Obwohl Benzin angeblich zu teuer ist, wird in Deutschland noch immer dem weit verbreiteter Brauch gefrönt, am Sonntagnachmittag mit dem Auto spazieren zu fahren. 

Na klar, abends hab ich dann noch meine obligatorischen Runden mit meinem Mädel und meinem Hund abgespult. Insgesamt bin ich 152 Kilometer an dem Tag gefahren. Es folgen das Höhenprofil und weitere aufgezeichnete Daten. Die Kontrollstationen sind mit roten Linien markiert.

Graphische AuswertungHier geht's zur Großansicht...

Tabellarische AuswertungHier geht's zur Großansicht...

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