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Der Start. Hier geht's zur Großansicht...Tolle Rudi-Bode-RTF trotz Kälte und vieler Platten

Wie immer vorbildlich organisiert präsentierte sich die Rudi-Bode-RTF des RV Endspurt ab Hamburg-Poppenbüttel auch im Jahr 2006. Einziges Manko war das Wetter, welches einfach nicht zum ansonsten sehr guten Gesamteindruck passen wollte. Als ich Poppenbüttel ankam, zeigte eine Uhr auf einem Straßenmast um kurz nach Neun schlappe vier Grad an. Regnen sollte es ab und zu auch.

Ausfüllen des Anmeldezettels. Hier geht's zur Großansicht...Ich hatte mal wieder morgens viel Zeit am PC vertrödelt und hatte die Fahrtzeit mit dem Rad nach Poppenbüttel unterschätzt. Als mich bei der Hinfahrt ein anderer Teilnehmer überholte, wollte ich mich in seinen Windschatten hängen. 40 km/h erweisen sich als zu schnell für mich.

Um zehn nach Neun erwischte ich grad noch die letzten Radler, die en bloque auf die Strecke gelassen wurde, hängte mich an drei Radler der BSG Edeka. Von denen hatte ich vorher noch nie was gehört, lernte nun mit Olaf Weber den Spartenleiter kennen, erfahre, dass die seit zwei Jahren mit nun 18 Mitgliedern besteht.

Die Anmeldung. Hier geht's zur Großansicht...Mich verbindet ja einiges mit denen. Wir sind Mitglied einer BSG - ich der der Haspa - und lieben Lebensmittel. So plauderten wir über Betriebsradsport, Teambekleidung und den Lebensmittel-Einzelhandel. Als wir anfangs noch mit vielen anderen in einer Gruppe fuhren, wollte einer einen anderen überholen, schert links aus. Genau in dem Moment tat dies ein PKW hinter uns ebenfalls, quittiert das Überholmanöver des Radfahrers mit Dauerhupen.

Auf einer einsamen Nebenstraße stellten wir nacheinander zwei Hundebesitzer auf eine harte Geduldprobe. Ich habe selbst ebenfalls zwei Hunde, kenne die Situation. Man wähnt sich allein, plötzlich naht ein Rad herbei. Man ruft die Hunde rasch zu sich und hält sie kurz. Hier aber kam nicht ein Radfahrer, es kamen hunderte. Während ich neben Olaf herfahre, ruft einer von hinten "Darf ich mal durch?". Darauf Olaf: "Nee, nur vorbei."

Startaufstellung. Hier geht's zur Großansicht...Als ich die Lebensmittel-Liebhaber ablichten wollte, versagt der Apparat den Dienst, will sich nicht einschalten lassen. "Akku leer." dachte ich, überlegte schon, von wem ich Bilder für diesen Bericht bekommen könnte.

Ich war stinksauer. Wenn ein Autocomputer ausrechnen kann, wie weit ich bei der aktuellen Fahrweise mit meinem Tank noch komme, wieso zeigte mir dann mein Fotoapparat nicht an wie viele Bilder ich noch mit dem Akku schießen kann?

Nach der RTF war von einem "Platten-Festival" zu lesen. 15 Pannen hatte einer im Vorbeifahren gezählt, ich immerhin fünf, so viele wie nie zuvor. Arne musste nach dem vierten seinen Radmarathon wegen Materialmangel im Besenwagen beenden. Bei Wheels erzählte mir der Händler, dass man in der Gegend im Winter auch Glassplitt gestreut hatte. Immer sah ich Leute helfend dabeistehend und auch mir wurde später Hilfe angeboten.

Ein typischer Weg für diese RTF. Hier geht's zur Großansicht...Mich hat es kurz vorm ersten Depot in Sülfeld erwischt. Ein dolchförmiges Stück Stein steckte im Vorderreifen. Nach dem Schlauchwechsel hab ich dann die Mutter vom Schnellspanner gesucht. Um das Vorderrad aus der Gabel zu ziehen, muss ich den Schnellspanner nicht nur lösen, sondern die Mutter etwas aufdrehen. Das tat ich und legte das Rad an den Straßenrand. Dabei hatte sich unbemerkt die Schraube vollständig abgedreht. Verzweifelt durchwühlte ich mit bloßn Händen das Laub. Nix! Die Straße ging leicht bergab. War sie da runtergerollt? Scheinbar nicht. Einen Meter bergauf (!) fand ich sie dann.

Am Depot herrschte im Vergleich zu meiner letzten Teilnahme wenig Betrieb. Wegen dem grauen Himmel und der schlechten Prognosen waren "nur" ca. 750 Teilnehmer an den Start gegangen. 1.200 waren es 2004. Bei schönem Wetter hätten es im Sog der ständig größer werdenden Teilnehmerfelder bei den Vattenfall-Cyclassics wohl 1.500 werden können.

Depot in Sülfeld. Hier geht's zur Großansicht...Ich traf Endspurtler Torben Rohlfs. Wir hatten uns verabredet, er mir vor der RTF GPS-Protokolle für 's Forum geliefert. Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, mir von ihm meinen Kontrollstempel auf meinen Begleitzettel drücken zu lassen. 

Zum Beweis, dass ich Torben nicht dabei fotografieren könnte, hielt ich den bockigen Apparat hoch. Da baumelte die Verschlussklappe dran. Klappe zu und schon ging 's wieder. Die hatte sich wohl beim Rausholen aus der Trikottasche schleichend gelöst.

Die verdammte Technik wollte mich mal wieder in den Wahnsinn treiben. Das GPS-Gerät hat mich mit unsinnigen Anzeigen gelangweilt, der HAC4 mit falschen Werten, weil er die Strahlung des GPS-Gerätes als Radumdrehungen missdeutete und das Handy mit seinem schwachem Akku genervt.

Torben stempelt den Zettel von Rad-Manne. Hier geht's zur Großansicht...Während ich ihn fotografierte, lief Rad-Manne von der BSG HHA ins Bild. Manne fuhr den Marathon, trat schon seit sieben Uhr in die Pedale, hatte mit Sven Vogt von der BSG Jungheinrich einen starken Begleiter dabei. Die Rad-Marathoni hatten einen Extra-Schleife gefahren, bevor sie auf den RTF-Kurs einbogen.

Später erzähle ich einem Radler von meinem Malheur mit dem Fotoapparat, kassiere dafür eine verschmitzten Kommentar: "Wer mit Delta-Bremsen fährt (die bestehen aus zig Einzelteilen), der hat bestimmt auch noch einen mechanischen Fotoapparat in der Rückentasche."

Zunächst widmete ich mein Aufmerksamkeit dem Buffet. Es gab eine üppige Auswahl mit Bananen- und Apfelstücken, Brot mit Schmalz, Käse und Wettwurst, Körner-Baguette-Brötchen, Corny- und Schokoriegel.

Schöner Waldweg. Hier geht's zur Großansicht...Am beeindruckendsten auf dem nächsten Streckenabschnitt fand ich den Ort Grabau am Grabauer See. Wer an diesem See wohnt, kann sich glücklich schätzen. Überhaupt hatte ich in einigen Orten den Eindruck, dass der Hamburger Speckgürtel dort einen besonders hohen Fettgehalt hat. In Schlamersdorf wurden wir auf ca. 300 Metern von Kopfsteinpflaster durchgeschüttelt. Hübsch anzuschauen war später auch Bebensee am Neversdorfer See.

Kurz darauf traf ich auf Manne und Sven, fuhr bis zur Felderteilung mit beiden zusammen, bis auf das Stück, wo Manne voraus sprintete, nur um eine Pinkelpause herauszufahren. Da hatte er schon 85 Kilometer in den Beinen. Egal wie viel man dabei schwitzt, es bleibt immer ein Rest, der nicht durch die Poren weichen will. "Das bisschen hättest Du auch hochziehen und ausspucken können." ruf ich ihm zu.

2. Depot. Hier geht's zur Großansicht...Sven berichtet uns begeistert vom Spreewald-Marathon, der zum Teil auf dem grad erst fertiggestellten Spreewald-Radwanderweg verläuft. Nach einer Felderteilung fuhr ich dann etliche Kilometer allein zum zweiten Depot.

Das Essensangebot dort war üppig, weil man für mehr Teilnehmer eingekauft hatte. Ich habe unter anderem Weingummi sowie getrockneten Rosinen und Feigen gegessen. Es gab auch Yoghurts, TUC-Cracker, Knoppers, Hanuta und einiges mehr. Erstaunlich wohlschmeckend fand ich das Getränkepulver von Kröger in der Geschmacksrichtung Sauerkirsch. Gibt 's bei der Metro, wurde mir berichtet.

Essen im Überfluss. Hier geht's zur Großansicht...Von Rad-Mannes Teilnahme beim Marathon hab ich mich dazu verführen lassen die 116er-Runde zu fahren. Macht mit Hin- und Rückfahrt 130 km. Nicht schlecht nach nur fünf Stunden Schlaf und mit weniger als 200 Trainingskilometern in 2006.

Meine Oberschenkel wären allerdings lieber nur die 78+14er-Runde gefahren. Der mir und vielleicht auch Dir bislang unbekannte Poppenbütteler Berg, den man sonst nur an der "auf der Kuppe" befindlichen gleichnamigen Bushaltestelle erkennt, kam mir auf der Rückfahrt wie einer vor.

Allein machte ich mich auf den Weg zum dritten Stop wieder in Süllfeld. Um 11:55 Uhr hatte die Sonne sich endlich durch die Wolken durchgekämpft. Die Freude darüber währte nur bis zu nächsten Kurve, dann sah ich, dass in den anderen drei Himmelsrichtungen dunkle Wolken Unheil ankündigten. Das Wetter erwies sich trotzdem besser als vorhergesagt. In den Pausen kühlte ich zwar schnell aus, fröstelte trotz Unterhemd, Wintertrikot und winddichter Jacke manchmal gar während der Fahrt, habe aber nur wenige Tropfen Regen abbekommen.

Im Hintergrund der Klingberg. Hier geht's zur Großansicht...Die Ausschilderung war erstklassig, trotzdem zeigte plötzlich mir ein Pfeil entgegen, an der folgenden Gabelung war gar keiner zu sehen. Da hatte sich wohl jemand einen bösen Scherz erlaubt. Ich brauchte einige Zeit um mich zu orientieren, um dem richtigen Weg zu folgen.

Die 49er- und 78er- Fahrer waren vor mir abgebogen, die 153er und Marathoni fuhren irgendwo vor mir. Die meisten mit mir die 116 Kilometer lange Distanz fahrenden waren vor mir gestartet und schneller als ich. Wen ich einholte, war mir zu langsam. Die sich immer wieder bestätigende Erkenntnis lautet: Wenn Du auf einer RTF in einer Gruppe fährst, verliere sie nicht. Das passiert mir aber immer wieder, weil ich mit meinem BMI 30 auf Anstiegen nicht folgen kann oder beim Fotografieren und Notizen sprechen den Anschluss verliere.

Blick auf Holger. Hier geht's zur Großansicht...Ich hatte Glück: Plötzlich Schloss Holger Iwersen aus Hamburgs Westen zu mir auf, Schloss sich mir an. Holger war über eine halbe Stunde nach mir gestartet, hielt nun aber mein Tempo. Wir plauderten angeregt miteinander, blieben bis ins Ziel zusammen.

Er erzählte mir, dass seine Firma Straßenpläne für GPS-Geräte fertigt. Ich beklagte, dass Polen noch nicht vermessen ist und monierte eine falsch benannte Stichstraße in meiner Nachbarschaft. Zehn Tage später mailte Holger mir, dass der Fehler behoben ist.

Beim 2. Stop in Sülfeld versorgten noch immer viele Helfer die nun wenig gewordenen Radfahrer. Um dem ersten Ansturm gewachsen zu sein, waren allein hier bis zu 13 Helfer im Einsatz. Das schwierigste war es Wildpinkler von den Büschen fernzuhalten, obwohl man die Toiletten im Feuerwehrhaus und drei zusätzlich davor ausgestellte Dixi-Klos benutzen konnte. Das Nahrungsmittelangebot war wieder über jeden Zweifel erhaben. Es wird wohl viel übrig geblieben sein.

Buchführung am Ziel. Hier geht's zur Großansicht...Ich hätte jede Wette darauf abgeSchlossen, dass auch diese RTF wieder über Klingberg führen würde. Der ist 78 Meter hoch, ragt ca. 25 Meter aus der Umgebung heraus. Sind wir aber nicht, sondern auf der Hin- und Rückfahrt süd- bzw. nördlich dran vorbei gefahren. So hat man ihn dann lange Zeit im Augenwinkel sehen, aber die Sehnsucht nach dem Aufstieg nie befriedigen können.

Die Steckenführung sah grundsätzlich so aus, dass man in aneinander gelegte untere Halbkreisen gen Nordosten hin und obere Halbkreise wieder zurück fuhr. Meines Erachtens hätte man die Linien über den Klingberg kreuzen und ihn somit zwei Mal befahren sollen. Warum das der Veranstalter nicht tat, wollte ich am Ziel Rolf Titel fragen.

Die Grillstation. Hier geht's zur Großansicht...Über Rolfs Rolle bei der dieser RTF sprachen die Endspurtler voller Respekt. Der "Chef", wie ihn sie untereinander nennen, ist aber auch beliebt und war deshalb permanent belagert. Ich hatte keine Lust solange zu warten, bis ich an der Reihe wäre, werde ihn gelegentlich am Telefon danach fragen.

Kurz vor dem Ziel beschäftigt mich bekanntlich immer die Frage, gibt 's Grill- oder nur Bockwürste? Ich träumte nicht wie sonst von einer Schinkenwurst, ich träumte von zwei. Mein Traum wurde wahr. Es erwarteten uns drei Sorten Grillwürstchen von Salzbrenner zum Selbstkostenpreis, dazu Brot, Senf, vier verschiedene Sorten Ketchup von Laue, vier Sorten Bier und vieles mehr! Aus meiner Sicht ein krönender Abschluss für eine zu krönende RTF.

Hier findest Du mehr Fotos aus 2006, Janins Fotos aus 2005 und meinen Bericht aus 2004

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