RTF
Elbe Classic ab Hamburg-Neuwiedenthal – 1.400 Leute hatten ihren Spaß, ich eine Panne
Trotz des in Hamburg und Schleswig-Holsteins erhöhten Startgeldes lag
die Teilnehmerzahl bei der RTF Elbe Classic der Harburger
RG mit 1.400 nur knapp unter dem Rekordjahr. In folge meines Unfalles
vor einigen Tagen riss mir beim Schalten auf der ersten Rampe das
Schaltwerk ab. So was haut mich nicht um, ich fotografierte einfach
weiter.
Die Geschichte meiner Teilnahme bei dieser RTF beginnt am Mittwoch
vorher, bei der Fahrt zu meiner
Trainingsrunde. Ich kam zu spät an, hetzte meinen längst enteilten
Leuten hinterher. In einer scharfen Rechtskurve geriert ich in die
Gegenfahrbahn und wohl zum ersten Mal in drei Jahren kam mir in dieser
Kurve ein PKW entgegen. Gleich als ich an den Bremshebeln zog, rutschte das
Vorderrad weg, mein Rad und ich über den Asphalt.
Mein rechter Arm, rechtes Knie, rechtes Pedal und das Schaltwerk
bekamen dabei mehr oder minder fette Kratzer ab. Voll des Adrenalins stieg
ich gleich wieder auf, statt mir das angeditschte Rad genauer anzuschauen. Die Kratzer an meinem erst eine Woche
alten TRENGA DE GLR 6.0
taten mir nicht besonders weh, weil es für mich ein Gebrauchsgegenstand
ist, aber der Arm.
Dass sich bei dem Sturz
auf das Schaltwerk das Schaltauge leicht verzogen hatte, war mir
entgangen. Am Sonnabend fuhr ich mit tierfreund23
Thomas über 100 Kilometer bei der RTF
in Celle mit, wobei alles O.K. zu sein schien. Weil wir in Celle keine starken Steigungen zu bewältigen
hatten, fiel es nicht auf. Anders dann am nächsten Tag bei der RTF in
Neuwiedenthal.
Nach wenigen Kilometern kam die erste Rampe die Harburger Berge hoch. Ich
schaltete in den ersten Gang, was das Schaltwerk mit einem
"Klack, Klack, Klack" quittierte, gefolgt von einem kurzen
"Bang!". Wegen des verbogenen Schaltauges hatte der Schalter das
Schaltwerk in die eng an der Kassette
vorbei laufenden Speichen des Systemlaufrades geführt. Eine Speiche riss
das Schaltwerk mit und deren Käfig ab.
Das
Auge verzog sich dabei soweit, dass das der Rest des
Schaltwerks zwischen die Speichen ragte. "Das war's"
rief ich meinen Begleitern
jack40
Dirk und mad.mat
Mathias zu. "Fahrt ohne mich weiter." Dirk bog das Auge
soweit wieder grade, dass sich das Rad drehen ließ. Wie gefordert ließen
die
beiden mich dann mit meinem Frust allein. AndreaO
kam vorbei, stieg kurz ab um nach mir und meinem Rad zu schauen.
Mit dem Rad waren wir schnell bis zu diesem ersten Anstieg gelangt. Zu
Fuß auf Rennradschuhen eiernd schien mir der Weg erheblich länger zu
sein. Immerhin gab es mir die Gelegenheiten viele Leute auf mich zufahrend
von vorn zu fotografieren, darunter auch Thomas und Jörn von der Luftpumpe
Hamburg. Das sah der auf dem Radweg an mir
vorbeifahrende und völlig unbeteiligte Manfred Wild, drehte um, nur
um mich mit meinem Apparat aufzunehmen.
Im zweigeteilten Tunnel an der B 73 nahm ich unbemerkt die falsche
Seite, schob mein Rad auf der Radfahrerseite, wurde dafür von zwei
zurück zur Schule gehenden Helfern gerüffelt. Wir missverstanden uns
kurze Zeit prächtig, fanden dann schnell eine angemessenere Tonlage.
Die beiden stellten sich vor als Michael Krüger, 1. Vorsitzender der Harburger
RG, und Karl Knute, mit 81 Jahren Mitglied im Ältestenrates des Radsportverbandes
Hamburg. Michael erzählte, dass Karl 1973 die erste RTF über die
Köhlbrandbrücke organisiert hatte. Man wollte eine RTF nach ihm
benennen, aber Karl lehnt dies zu seinen Lebzeiten ab.
Ich schoss noch ein wunderbares Bild von den beiden, traf kurz darauf wieder da ein, wo wir gestartet waren. Dort
hatte ich morgens den erbärmlich frierenden, weil viel zu früh dort
eingetroffenen RobertM
und tierfreund23
getroffen. Statt wie gestern im TRENGA DE-
war Thomas nun im Team
Mainplan-Outfit gewandet. Von seinem großen Team traf kurz darauf Heide-Biker
Karsten und sein Freund Dirk ein. In der Schlange der Wartenden bei der
Anmeldung traf ich
jack40
und mad.mat
sowie Elbkulttrikotträgerin Ramona von der RG BSG AXA.
Wie im Forum
versprochen schritt ich die lange Reihe der wartenden ab, um nach weiteren
Bekannten, Forumsmitgliedern und Elbkult-Bikes-Trikoträgern
Ausschau zu halten. Als erstes traf ich CSC-Fan
Michael, den ich bei der Tour d'Energie wiedersehen werde, dann meine
Arbeitskollegen aus dem Bereich IT der Haspa Oliver Münker, Michael
Schnicke und Joerg weicjo
Weichert, als nächstes Clemens clemme Bach mit Partnerin Silke Böttcher,
einem der beiden Schöpfer von Elbkult-Bikes
und unserer
Trikots.
Von den Elbkult-Bikes-Trikots
mit dem Helmuts-Fahrrad-Seiten.de-Schriftzug
waren 25 Stück bestellt, dann die Bestellliste geschlossen worden, aber clemme
orderte trotzdem 50. Allein die Leute, die die 25 bestellt hatten, kauften
im die anderen 25 beim Abholen ihres Trikots gleich mit ab. Wer eines
dieser ersten Trikots erwischt hat, sollte es pfleglich behandeln. Von
diesem Erfolg inspiriert wird es zwar eine Neuauflage davon geben, dann
aber in einem völlig geänderten Design.
Als nächstes stieß ich auf Wolfgang, mit dem ich im Winter im Fitness
Studio City Nord Mittwochs am Spinning-Training
teilgenommen hatte. Thomas Thali Thalheim war mit seinem Begleiter vom
RVB
Hamburg schon in Gedanken auf der Finca zum Rennrad-Training. AndreaO
und Ihre Mannen vom SC Hammaburg
hatten vor wenigen Tagen eine vielgelobte Ostermontagstour
hingelegt. ljurecz
Luciano und RSG-Arne
von der RSG Blankenese
versprach ich übernächsten Sonntag bei deren RTF ab Schenefeld
teilzunehmen.
Georg Naumann entließ die Leute gewohnt routiniert auf die Strecke.
Nun traf ich ihn, als er grad mit dem Transporter einen mit Reifenpanne
liegengebliebenen Radfahrer von der Strecke auflesen wollte. Ich bat die
Leute auf mich zu warten, weil ich ihnen mit dem PKW hinterher fahren
wollte.
Unser gemeinsames Ziel war das erste Depot am und im riesigen Fahrrad
Center Buchholz. Dieses und das noch größere Fahrrad
Center Harburg sind die beiden Stützpunkte von TRENGA DE,
die ihre Räder seit diesem Jahr nur noch über's Internet und in diesen
Centern zu nun noch günstigeren Konditionen vertreiben.
Das
passte wie Faust. Dem einen Unglücksfahrer wurde in der Werkstatt ein
neuer Mantel aufgezogen, sogar vom gleichen Fabrikat und in der gleichen
Farbe und ich konnte mein Rad gleich beim Hersteller in Reparatur geben.
Geschäftsführer Stephan Dirks staunte nicht schlecht, als ich ihm das
kaputte Rad übergab. "Das ist doch ein Klassiker." sagte er,
als ich ihm die Ursache für mein Malheur erzählte. Sicherlich, aber die
kannte Helmut vorher noch nicht.
Ich schnackte noch kurz mit Wolfgang Pluschke und lichtete die bereits
mit dem Abbau beschäftigten Helfer ab, fuhr dann wieder zurück zur
Schule nach Neuwiedenthal um meine Wertungskarte anzuholen, zu
fotografieren und Leute zu treffen.
An der Anmeldung war es nun ruhig geworden, weil die meisten noch auf
der Strecke waren. Die Reihe der überwiegend freundlichen Helfer war
lang. Wie viele es waren, konnte man auf zwei Bilder erkennen. Die kurze
Geschichte wegen der ich die löschte, erzähle ich gern, möchte sie aber an
dieser Stelle nicht breittreten.
Zwei
Kontrollfahrer rollten auf ihren Rädern in den Raum, meldeten die
Startnummern von Rotlichtsündern. Ich hoffe, dass der Anzeige eine
Bestrafung der uns alle in Verruf bringenden Heißsporne folgte.
Am Verpflegungsstand gab es ein großes Angebot an Kuchen, prachtvoll
präsentierten belegten Brötchen, Gulaschsuppe und Grillwürste. Ich
unterzog die Würste einer sensorischen Prüfung, die sie anstandslos
bestanden, erwarb drei Stücke verschiedener Sorten Käsekuchen für mein
Mädel und mich daheim, die ebenfalls unseren Geschmack trafen.
Als ich über den Hof tigerte, um etwas von der Atmosphäre in meinen
Bilderkasten einzufangen, erklang plötzlich ein "Hallo" von, ja
von wem denn? Als papavonbikerfriendnils
stellte sich Norbert vor, neben sich Sohn bikerfriendnils.
Die beiden hatten die RTF gemeinsam bestritten. Geschnackt hab ich auch
kurz mit Andreas, der (Sorry, Andreas) "schlechteren Hälfte"
der Shellisten.
Es wurde nun Zeit für mich nach Hause zu fahren, aber dann traf ich
Manfred
und Michael vom ESV
Fortuna Celle. Wir quatschten einige Zeit zusammen, bevor ich wirklich los musste. An der Straße fiel mir ein, dass ich die beiden noch nicht
abgelichtet hatte, ging deshalb wieder zurück.
Als ich
das Gelände endlich verlassen hatte, erkannte mich Con-Rad
Harald Ophüls (Bild). Harald war früher ein Ganzlangstrecken, ist noch
immer ein Randonneur
alter Schule. Er war
fassungslos, dass ich die RTF abgebrochen hatte, egal warum. Harald hatte
immer eine Lösung gefunden um seine Brevets (zu deutsch "Prufungen")
zu bestehen, egal was an seinem Rad kaputt ging.
Schade, dass meine Zeit abgelaufen war. Mit Con-Rad
hätte ich stundenlang plaudern können. Da hilft nur eines, wiederkommen
im nächsten Jahr. Übrigens: Wenn ich auch gern länger gefahren wäre,
Spaß hat mir die RTF wegen all der netten Leute trotzdem gemacht.
Hier stehen
meine 174
Bilder im Großformat und weitere Rückblicke und Links
zu Bildern von der Elbe Classic '09 sowie die Berichte von der
Elbe
Classic '07, Elbe
Classic '05, Elbe Cassic '04 und Elbe Classic '03
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