Rekordbeteiligung
beim Start in die RTF-Saison in Neuwiedenthal
Mit über 1.500 Teilnehmern wurde bei Kaiserwetter erneut ein neuer Rekord für
den RTF-Saisonauftakt aufgestellt. Die RG Harburg zeigte sich auch diesem
enormen Ansturm gewachsen, war mit zahlreichen Helfern auf allen Posten bestens
besetzt. Der Trend der letzten Jahre und das seit Tagen konstant schöne Wetter
ließen es erahnen und schon weit vor dem Start um 9:00 Uhr bestätigte es
sich durch die vielen anreisenden Radsportler.
Matthias, sein PKW und ich wurden von einem Ordner in eine Nebenstraße geleitet, wo wir
anders als vor zwei Jahren vor der Schule von den Anwohnern freundlich
aufgenommen wurden. Die spannendste Frage für mich war, ob es der RG
Harburg gelungen war neben mehr Teilnehmern auch deutlich mehr Helfer zu
mobilisieren. Die Situation an der Anmeldung ergab ein klares
"Ja".
Die Schlangen dort waren erstaunlich kurz, egal ob man mit
oder ohne Wertungskarte und eigener Startnummer erschienen war. Weit mehr als zehn Helfer wickelten die Startformalitäten ab. Während
dessen standen fünf weitere Helfer bereit, um eine kleine Stärkung vor
dem Start auszugeben. Als ich mit ihnen sprach, hatten sie den ersten
Ansturm bereits bewältigt.
Wer sich wie Thomas "Thali" Thalheim
die Zeit nahm, dort noch einen Happen zu essen, konnte dabei dank der
schnellen Anmeldeabwicklung von hunderten Radsportlern auf dem Weg zur
Startlinie überholt werden. Gestartet wurde in Blöcken à 25 Personen,
so dass Thali als einer der ersten auf dem Gelände an-, aber erst kurz
vor zehn wieder wegkam.
Ich traf Leute von unserer BSG Haspa und der BSG HHA, von denen ich
glaubte, dass sie sich vereinen und wir uns ihnen anschließen können.
Die beiden Gruppen haben sich aber in dem Gewühl verpasst, so wie ich
Thali verpasste. Die Lage an der Startlinie war allerdings entspannt. Die
Leute warteten ohne zu murren, bis sie mit ihrem Block vom Schulgelände
auf die Straße gelassen wurden. Maik Wolf und Sven von der RG sorgten
dafür, dass niemand den Start blockierte oder umfuhr, dachten wir
jedenfalls.
Das gute daran war, dass die Anwohner sich nicht wie vor ein paar
Jahren belästigt fühlen konnten. Das ist wichtig, damit die
Veranstaltung auch in den nächsten Jahren genehmigt wird. Kontraproduktiv
war es deshalb, dass, wie beobachtet, Gruppen von bis zu 50 Personen das
Gelände umfuhren, um sich am Wegrand hinter der Startlinie zu treffen und
auf eigene Faust zu starten.
Sollte dieses Fehlverhalten öfter anzutreffen sein, wird man wohl von
Seiten der Veranstalter dagegen vorgehen müssen.
Wohl wegen der erfreulich gestiegenen Teilnehmer- noch erfreulicher
gestiegenen Helferzahlen war das bewährte Starterteam Georg Neumann und
Wolfgang Pluschke bestens drauf. Georg sagte für die Blöcke seinen
Spruch auf, welche besonderen Gefahrensituationen die Teilnehmer auf den
ersten Kilometern erwarten werden. Da sind die enge Unterführung der
Bahnlinie und die breite Querung der B73 zu nennen. Anders als noch vor
zwei Jahren konnte Georg darauf bauen, dass dort drei Helfer für
Sicherheit sorgten. So konnte er es sich leisten teils statt auf die
Gefahren auf mich hinzuweisen, der einige Blöcke ablichtete.
Am Start filmte ein Team, vom dem es mir nicht mehr gelang heraus zu
bekommen, für wen. Gerüchteweise interviewten sie für "Veloworld"
einige Teilnehmer. Die Reportage wird der Radsportverband Hamburg am 3.
Juni veröffentlichen. Während ich noch danach forschte, zogen meine
Arbeitskollegen vorbei, wir also hinterher. Auf den ersten steilen
Anstiegen achtete unser Spartenleiter Henning Koller noch darauf, dass wir
zusammen blieben, später zerfaserte unsere Gruppe. Was ich während der
Startaufstellung nicht mitbekommen hatte, war, dass die Leute
unterschiedlich lange Strecken fahren wollten und sich deshalb später eh
getrennt hätten.
Vor der Felderteilung an Rosengartenstraße war die Fahrbahn auf einem
Meter Länge und über einem Meter Breite aufgerissen. Wer in der Gruppe
vor sich hin plaudernd fuhr, konnte dies leicht übersehen. Wieso warnte
kein Warnschild davor, fragte ich mich, fuhr zurück, um die Situation zu
fotografieren. Auf den Bildern entdeckte ich daheim an einem Mast daneben
ein Schild, welches vermutlich so eines sein sollte, in der Größe aber
dem der Fahrbahnlücke nicht angemessen war.
Fotografiert hatte ich auch noch wie brav die Leute an Kreuzung
warteten, wenn die Ampel "Rot" signalisierte. Danach musste ich
bergauf zwei Ampelphasen auf meine Gruppe aufholen, was meinen Puls
gehörig in die Höhe trieb.
Das zu kleine Warnschild blieb der einzige mir auffallende Kritikpunkt
bei dieser Mammutveranstaltung, so dass ich unter dem Strich mit der
Ausrichtung der Elbe Classic 2007 hochzufrieden war. Die Strecke rauschte
bei dem frühlingshaften Wetter nur so an uns vorbei und bereits nach 20
Kilometern - gefühlt 10 - trafen wir auf das erste Depot vor und in der
Filiale Buchholz des Fahrrad Centers Harburg.
In der Filiale Harburg werden die Räder der Marke Trenga de gefertigt.
Das Center stellte passend dazu nicht nur seine Infrastruktur zur Verfügung,
sondern auch zwei Rennräder zum Sonderpreis aus. Der rotweiße Renner
hätte gut zu mir gepasst. TRENGA DE ist übrigens einer der Förderer des
Radsports im Betriebssportverband Hamburg.
Auch hier trafen wir auf zahlreiche Helfer und sehr kurze
Warteschlangen. Die Verpflegung war O.K. Anders als noch vor Jahren
empfand ich sie nicht als zu dürftig, sondern ausreichend. Peter
Prautzsch erzählte mir, dass nur noch die jugendlichen Mitglieder der RG
bei der eigenen RTF mitfahren. Wer sonst zur Veranstaltung erschien,
fasste mit an. Vor zwei Jahren war das noch anders. Letztlich sorgt dies
laut Peter nicht nur für mehr Helfer, sondern auch zu einer besseren
Stimmung im Verein.
Neben mir tauchte eine verschmitzt
lächelnde junge Frau im neuen Dress der RV Endspurt auf. "Kennen wir
uns?", fragte ich mich. Das passiert mir halt ab und zu, dass Leute
mich vermeintlich bestens, ich aber nicht sie kenne. "Regine",
half sie mir auf die Sprünge. "Du hast mich mal auf einem Tandem
fotografiert." Na klar, das war 2003 bei der Alpe d'Hittfeld und 2006
in Buxtehude. Statt
als Stoker mit Piloten ein Tandem anzutreiben, pilotierte sie nun ein
Rennrad, war neu ein- und mit Helm und Brille verkleidet. Zu dem hatte ich
trotz
dieser Kostümierung den Eindruck, dass sie noch
hübscher geworden war. Regine bewies, dass Frau auch im Radsportdress gut
aussehen kann. Da konnte Mann durchaus irritiert sein.
Wir radeln unter anderem durch den
Rosengarten, ein Waldgebiet. Uns kommt ein nur mit kurzer Hose, Socken und
Schuhen bekleideter Jogger entgegen. Er rennt flott bergauf, schiebt einen
Kinderwagen vor sich her und telefoniert dabei über sein Sprechgeschirr.
Auch sonst sind viele Sonnenhungrige jedweder Couleur unterwegs. Man muss
nicht Rennrad fahren, um sich an Gegend zu erfreuen.
Am zweiten Depot auf dem alten Bauernhof in
Grauen, welches auch als drittes angesteuert wird, war der Andrang groß.
Er wurde aber dank der auch hier großen Helferzahl in angemessener Zeit
bewältigt. Für das Buffet gilt das gleiche wie das am ersten Depot. Im
Gegensatz zu einigen Vorjahren schien mir der Vorrat auch trotz der
Rekordteilnehmerzahl völlig auszureichen und so begann ich diesen Ort
endlich zu mögen.
Als wir dort eintrafen, kamen andere bereits das zweite
Mal nach ihrer Extrarunde dort wieder an. Die von uns gefahrene Route habe
ich hier nicht verbal beschrieben, weil Du sie aus der Karte ersehen
kannst. Zu sehen ist die 114 Kilometer lange Langstrecke, aufgezeichnet
als GPS-Tracks und dargestellt mit dem Programm MapSource. Dafür, diese
hier zu veröffentlichen, habe ich die freundliche Genehmigung des
Verlages. Der linke Kreis ist das Stück, das wir uns an diesem Tag
verkniffen hatten, um nicht all zu lange von unseren Partnerinnen fern zu
bleiben.
Während ich so fotografiere, kommt Norbert Schulz auf mich zu. Er
stellt sich vor als Mitglied der BSG Blohm + Voss, wobei er den
Firmennamen sehr betont. "Ja, und?", dachte ich. "BSG Blohm
+ Voss."
wiederholte er, fragte, ob ich seine Truppe fotografieren könne. Einmal
nur auf Helmuts-Fahrrad-Seiten erwähnt zu werden, das war sein Traum, deshalb versuchte er seinen Firmennamen in mein Gedächtnis einzubrennen.
Ebenso gerührt wie amüsiert habe ich ihm diesen "Traum" gern
erfüllt. Potentielle Nachahmungstäter sollten wissen, dass solche Fotos
künftig nur noch im Fotoalbum veröffentlicht werden.
Malte "Sirius" zog wohl zwei Mal
an mir vorbei, strahlte wie immer die pure Lebensfreude aus. Mit Henning
Moehle und Sven Wagner traf ich zwei weitere Arbeitskollegen und fuhr ein
Stück mit Ralf von unserem Trainingstreff. Thomas Wiencke von der
Luftpumpe Hamburg erkannte ich am Ziel nicht mal als er grinsend einen
Meter vor mir Stand. Mit Helm und Sonnenbrille ("It 's cool
man.") konnte ich erst durch den Klang seiner Stimme in ihm meinen
Händler erkennen.
Matthias, der im letzten Jahr
selbst mit mir Mühe hatte die Steigungen hoch zu kommen, erwies sich mir auf den Anstiegen erstmals überlegen. Er war zwei Tage
zuvor mit der von ihm trainierten Indoor-Cyclinggruppe die ganze Zeit lang einen
einzigen langen virtuellen Berg hinauf gefahren.
Von Grauen zurück nach Neuwiedenthal
fuhren wir zusammen mit Helmut Schümann gegen teils recht kräftigen
Wind. Wohl weil wir uns für die Mittelstrecke entschieden hatten, konnte
ich nach Jahren des Darbens mir am Ziel Würste vom Grill. War auch grade
das alkoholfreie Weizenbier ausgegangen, so gab es immerhin leckeres
Malzbier dazu. So entsprach denn auch der Ausklang dieser RTF meinen ganz
persönlichen Vorstellungen von Breiten-Radsport.
Der
Start in die RTF-Saison ist auch für mich ein besonderer Termin. Kein
Wunder also, dass ich vor dem Wecker aufwachte. Aber zwei Stunden vorher
fand ich dann doch zu früh, andererseits war ich zu aufgedreht um noch im
Bett zu bleiben. Die Zugriffszahlen auf Helmuts-Fahrrad-Seiten am
nächsten Tag belegten ebenfalls, dass es eine besondere Veranstaltung
war. Geschätzte über 2.500 Besucher bescherten uns mit gemessenen 16.562
Seitenzugriffen einen neuen wohl bis zu den Cyclassics geltenden
Besucherrekord.
hier stehen
weitere Rückblicke und ein Link auf Bilder von der Elbe Classic '07
Und hier Berichte von der Elbe
Classic '05, Elbe Cassic '04 und Elbe Classic '03
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