RTF
Celler Land ab Celle – Schönes Wetter und guter Ruf bescherten neuen
Teilnehmerrekord
Das seit Tagen schöne Wetter und der gute Ruf der RTF Celler Land becherten
dem ESV
Fortuna Celle einen neuen Teilnehmerrekord. 380 Teilnehmer sind sehr viel
für eine RTF an einem Sonnabend und das in der dünn besiedelten Gegend. Der
alte Rekord wurde um 25 Prozent gesteigert.
Weil Heide-Biker aus familiären Gründen absagte, fuhr ich die 1 3/4 Stunde
Distanz komplett mit meinem PKW, ab Marxen begleitet von tierfreund23
Thomas. Ich fahre ungern solche Distanzen, weil ich allein auf der Rückfahrt
immer einzuschlafen drohe. Mit der langen An- und Abfahrt, den Gesprächen vor
und nach der Veranstaltung und einem kurzen Besuch der Celler Altstadt war es
ein langer, aber schöner Radsporttag.
Schon bei der Zufahrt zum Vereinsgelände stießen wir auf
Manfred
Galonski
und weitere Helfer. Auf dem Parkplatz wies uns Michael ein, der Mann, dem wir
so viele schöne Radsport-Bilder verdanken. Wir trafen weicjo
aus Rissen, der auf die Langstrecke gehen wollte. Das verlockende Frühstücksbuffet
ließen wir links liegen, bogen im Vereinheim gleich zur Anmeldung ab. Die
hatten wir schnell absolviert, weil die Helfer des ESV alles zügig
abwickelten.
Die Celler verfügen über RTF-Erfahrung wie kaum ein anderer Verein. Mit
über 1.300 erzielten RTF-Punkten wurden sie niedersächsischer
Mannschaftsmeister im RTF-fahren, davon fuhr Mannschaftskapitän und
Landesmeister Manfred
allein 382 Punkte ein. In
der Jahreswertung
finden sich mit Jens, Michael, Daniela, Eckart, Hubertus und Jürgen Namen, die
manchem treuen Leser von Helmuts-Fahrrad-Seiten vertraut sein dürften, weil
uns die Celler mit zahlreichen Berichten und Bildern daran teilhaben lassen..
Vor dem Vereinsheim fiel ein Paar durch seine ungewöhnlich schicken und
sicherlich ebenso teuren Rennräder auf. Er fuhr ein Vollcarbonrad von Isaac
mit edlen Teilen von Ciamillo, sie
ein von Cervelo. So um die zehn Mille
dürften die zusammen gekostet haben. Thomas Cyclocrosser QLR
und mein zwei Wochen alter, neuer Renner GLR 6.0
(beide von TRENGA DE) ließen uns obwohl
viel später gestartet die beiden am ersten Depot wiedertreffen. Zugegeben,
ich würd trotzdem gern tauschen, aber unsere Bikes haben dafür nur einen
Bruchteil davon gekostet.
Passend dazu war Thomas inklusive Armlingen in Trenga-Kleidung gewandet. Cervelo-Fahrerin Benita Ferrero-Waldner fuhr in der Kluft von Pirate. Sie erzählte mir, dass sie im Airbrush-Verfahren Fahrradrahmen verziert. Einer
davon hängt bei Pirate in einem Laden.
Weil ich meinte, es wäre für alle das erste Depot, war ich etwas von dem
Verpflegungsangebot enttäuscht. Es war ausreichend, aber nicht anmachend. Ein
Irrtum, denn die von vielen Einsteigern und Familien gefahrene Kurzstrecke bog
vorher ab. Deren Depot fuhren wir als zweites an und da war dann auch ein
Angebot vorzufinden, wie es für die Kurzstreckler sein sollte. Wie bei der Celler
CTF trafen wir wieder auf "Edelhelfer" Dirk von der RG
Wedel.
Langstreckler sind genügsamer und fahren zwei bis vier Depots an, da
genügt ein einfaches Angebot, aber für die Leute, die den vollen Startpreis
entrichten, meistens gemütlich unterwegs sind und dabei nur ein Depot
anfahren, sollte es etwas mehr sein. Es gibt halt verschiedene Arten RTF zu
fahren und so kam jeder zu seinem Recht.
Bis zum ersten Depot waren wir mit Stephan Blanquett und Michael Kusch von Exercycle
Radsportreisen gefahren. Die beiden fuhren um die 35 km/h, leisteten auf
der zweiten Hälfte die Führungsarbeit in unserer großen bunt gemischten Gruppe.
Mit den beiden und für deren Team werde ich die Tour
d'Energie in Göttingen fahren.
Hinter dem Depot fanden wir schnell eine neue Gruppe mit ungewöhnlich
vielen Frauen. Allein vier Mädels kamen von der Frauen-Radsport-Gruppe
des HRC Hannover. Nach
der ersten wollte ich mit den nächsten plaudern, als mich im Vorbeifahren
plötzlich Manfred Voß erspähte, der Fachwart RTF im Niedersächsischen
Radsportverband. Manfred war sehr angetan von unserer gemeinsam vom Forum
und dem ESV propagierten Jahresabschlusstour
auf den Wilseder Berg. Er will in diesem Jahr die Neuauflage landesweit ausschreiben.
Bevor ich mir nun ein weiteres Mädel schnappen konnte zischte es aus Thomas
Hinterrad. Seinen eigentlich pannensicher GP 4000S hatte etwas Fieses durchschnitten.
Er musste nicht nur den Schlauch wechseln, sondern gar den Mantel von innen
flicken. Wir probierten Thomas seine minimalistische CO2-Pumpe aus und
lästerten über Radsport-Besserwisser in anderen Radsport-Foren. Das dauert. Von da
an fuhren wir fast nur noch allein.
Wenn man zu zweit quatschend durch die Gegend fährt, sehen vier Augen nicht
unbedingt mehr als zwei. In Bergen-Hohne übersahen wir einen Abbiegepfeil,
dafür sahen wir die durch Mauern mit Stacheldraht drauf wie ein riesiges
Gefängnis abgeriegelten
Wohnungen britischer Soldatenfamilien und das Ehrenmal für den Generaloberst
Werner von Fritsch, erkannten nach einigen Kilometern, dass wir umkehren
sollten. Zuvor hatten wir noch eine Begegnung der besonderen Art.
Im Wald stand ein Panzer. Als ich den fotografieren wollte, bewegte
sich das
Gebüsch und ein hübsches Pärchen lugte hervor. Sie - und sicherlich auch er,
so genau kann ich das nicht beurteilen - war bildhübsch, hatte scheinbar
nagelneue Tarnkleidung an und trug dazu ein gewaltiges Maschinengewehr. Die
beide sahen aus wie aus einem Werbeprospekt für die Bundeswehr, so gut, dass
ich kaum glauben konnte richtige Soldaten vor mir zu haben.
Die großkalibrige Waffe in ihren Händen irritierte mich, sonst hätte ich sie
gern aus näherer Entfernung fotografiert. Weniger Hemmungen hatte ich vorher
den riesigen Schießübungsplatz abzulichten. Zwischen Bäumen hindurch sahen
wir auch eine sehr große Schaafherde.
In dieser dünn besiedelte Gegend unterhält die britische und deutsche
Armee riesige Übungsgelände, was für verkehrsarme Straßen sorgt. Lediglich
die ersten Kilometer raus aus der Celle waren nervig, auch weil an einem
Sonnabend die Leute unentspannter mit ihrem PKW fahren, weil sie ihre Termine
und Einkaufslisten im Kopf haben.
Weil
wir uns verfahren hatten, glaubten wir eine Zeit lang wir wären vielleicht am
zweiten Depot vorbei gefahren. Diese Befürchtung war völlig unnötig, denn es kam eigentlich
genau richtig. Dort war mit Andreas von der SG
Bomlitz-Lönsheide ein weiterer "Edelhelfer" eingesetzt. Unter den Helfern
waren auch Manfreds Frau Sabine und das allseits beliebte englische Original Rock
"Rocky" Hudson. Der Stand wurde mit Hilfe eines von Kurbelix
gestellten Transporters betrieben.
Bei der Rückfahrt gen Celle verfuhren wir uns wieder. An der Kreuzung in
Groß Hehlen war kein Schild zu sehen. Wir fuhren etliche Kilometer zurück, um
dann wieder in Groß Hehlen eine Kreuzung weiter anzukommen. Schön blöd.
Statt dessen hätten wir einfach nach dem kürzesten zum Ziel in Klein Hehlen
fragen sollen. Im Ziel hatten wir statt der geplanten 88 immerhin über hundert
auf dem Tacho stehen.
Am Ziel ließ ich mir ein paar Stücke Kuchen für daheim in Alufolie
einpacken und wir uns jeder zwei dicke von Eckart gegrillte Würste schmecken.
Kuchen und Würste hatte die Seniorenresidenz Beinsen gespendet. Ich plauderte in
der Sonne vorm Vereinsheim sitzend mit dem Eckart und Uta Bruns. Uta ist die Vizepräsidentin
für Breitensport des Niedersächsischen
Radsportverband und Vorsitzende der Abteilung
Radsport des TuS Rotenburg. Daneben ist sie auch Vertreterin der Radsport-Kollektion von prolog
cycling ware mit der sie einen Stand aufgebaut hatte. Die Kollektion ist
beeindruckend gut gefertigt, deutlich besser als
unsere von Vermarc.
Vor der Heimfahrt fuhren wir in die malerische Celler Altstadt, weil ich bei
Huths Kaffee noch was leckeres
einkaufen wollte, die aber hatten bereits
geschlossen. Schade, es sollte der krönende Abschluss meiner weiten Anreise
sein. Die hat sich trotzdem gelohnt. Auch bei Tchibo-Kaffee (Wiener Melange!)
denke ich gern an die RTF zurück.
Hier findest Du alle Bilder
von der RTF Celler Land ab Celle im Großformat
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