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In der Nordheide. Hier geht's zur Großansicht...RTF-Radtour Alma Mater ab Harburg - Gelungene Premiere der RG UNI Hamburg

Eine gelungene Premiere lieferte die RG UNI Hamburg im Jahr 2004 mit ihrer ersten RTF Alma Mater ab. Schade nur, dass sich wohl viele Interessenten von dem Nieselregen am Morgen von der Teilnahme abhalten ließen. Nur ca. 200 Teilnehmer gingen auf die Strecke. Die wurden dafür mit einer tollen Strecke und trockenem Wetter mit Temperaturen um die 18 Grad belohnt.

Bei der Hinfahrt wurden zunächst Erinnerungen an die Vattenfall-Cyclassics wach. Auf diesem Weg waren wir nach Harburg reingekommen und auf die von vielen gefürchtete Schwarzenbergstraße abgebogen. Auf dem Parkplatz, auf dem immer die Verpflegungsstation aufgebaut ist, stellte ich mein Auto ab und stieg auf 's Rennrad um. Die ersten Kilometer der RTF folgten wieder der Strecke des Jedermannrennens, wobei ich dieses Mal viel gemächlicher fuhr.

Start zur RTF. Hier geht's zur Großansicht...Kurz vor neun hatte ich das kleine Starterfeld fotografiert. Als ich meine Bilder im Kasten hatte, war keiner mehr da, mit dem ich mitfahren konnte. Erst nach einigen Kilometern fand ich Anschluss, plauderte mit Volker Heyer, dem Radsport-Obmann des BSV Hamburg, über deren interessantes Winterprogramm. Weil das Teilnehmerfeld klein und das Gros vor mir gestartet war, fand ich später nur noch selten Mitfahrer, größere Gruppen erreichte ich nicht mehr. 

Über Ehestorf, Alvesen mit dem toll gelegenen Ausflugslokal Kajüte, Vahrendorf und Sottorf, wo ein kurzes Stück so steil war, dass ich aus dem Sattel stieg, Sieversen, wo erstmals die Sonne durchkam, Langenrehm, Emsen, Dibbersen, Vaensen und Eckel ging es zur K1 bei der Freiwilligen Feuerwehr Klecken. Einzelne Teile der Strecke war ich schon auf anderen RTFs gefahren. Es wirkte auf mich wie eine Aneinaderreihung der schönsten Abschnitte südlich von Hamburg.

Harry Weiland schneidet die Verpflegung für uns zurecht. Hier geht's zur Großansicht...Kurz hinter Ehestorf gab es den ersten Ärger mit einem aggressiven Autofahrer. Der kam kurz hupend von hinten an uns heran, zog nach rechts und fuhr im Abstand von wenigen Zentimetern an uns vorbei. Schade, dass auf dieser Straße keine Ampel folgte. Ich war ihm nachgefahren, hätte ich ihn gern eingeholt, um ihm mitzuteilen, was ich davon halte, wenn jemand meine Gesundheit bewusst gefährdet.

Das nächste Mal werde ich mir besser die Autonummer merken und Strafanzeige erstatten. Was war an diesem Sonntag bloß mit den Autofahren los, dass ich drei Mal solche Situationen durchleben musste?

Vielleicht hatte ich einfach nur Pech. Harburg ist nicht Pinneberg. Hier gibt es keinen Krieg von aufgebrachten Anwohnern und es sehr genau nehmenden Polizisten gegen die Rennradfahrer. Die Polizei im Landkreis Harburg hatte die Teilnehmer von der Radwegebenutzungspflicht befreit.

Die Pilzsammlerinnen. Hier geht's zur Großansicht...Wer selbst so engagiert bei anderen RTF teilnimmt, wird sich nicht lumpen lassen, dachte ich. Und, richtig! In Klecken hatte die Crew der RG-UNI-Hamburg beste Verpflegung für uns aufgetischt: Apfel- und Bananenstücke, Corny-Riegel, leckere Kölln-Kekse, Brot mit Wurst, Käse und Nutella, dazu zwei Sorten aufgegossenes Getränkepulver. Mit berechtigtem Stolz schnitt Harry Weiland Obst, Riegel, und Brote in mundgerechte Stücke.

Weiter ging es über Bendesdorf, Jesteburg, Asendorf, Dierkshausen, Schierhorn und Wesel, durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide, in Undeloh vorbei an den auf Touristen wartenden Kutschen.

Zwischendurch fuhr ich ab und zu auf den Radwegen. Dort kam ich mit zwei oberschlesischen Pilzsammlerinnen ins plaudern, ansonsten war das aber keine gute Idee. Die Wege waren teils schmutzig, holprig, eng, verschlungen und nur einseitig verlaufend, also mit Gegenverkehr. Wenn man mit maximal 15 km/h unterwegs ist, genügen einem diese Wege. Wer schneller fährt, lebt auf ihnen gefährlich. Weiter ging 's über Sahrendorf zur K2 bei der FF Egestorf.

Das Feuerwehrhaus in Egestorf. Hier geht's zur Großansicht...Die Streckenführung entsprach der der früheren RTF Harburger Runde der Harburger Radsport Gemeinschaft. Von Egestorf machte damals die 160er-Runde eine Schleife über Soderstorf und Salzhausen. Im September finden sich für solche Distanzen zu wenig Interessenten.

So ging es denn wieder zurück nach Sahrendorf und dann in einem östlich verlaufenden Bogen über Schätzendorf, Nindorf, Garlstorf, Toppenstedt, Tangendorf, Thieshope, Brackel, Marxen, Rahmelsloh und Horst zu einem schönen Abschnitt ab der Horster Mühle an der Seeve entlang.

Uwe Lange vom TCT Tollerort Container Terminal schwärmte, wie schön der am Gut Holm beginnenden Seeve-Radweg auf voller Länge sei. Da er wohl nicht durchgängig asphaltiert ist, sollte man ihn auf einem Trekkingbike genießen. Sein Kollege Siegfried Gutlarek bringt bei 196 cm Körpergröße satte 110 Kilogramm auf die Waage. Mehr Windschatten geht kaum, dachte ich mir, als ich zu den beiden aufschloss. Zuvor hatte ich vergeblich versucht, mich bei zwei flotten, älteren Herren am Hinterrad festzubeißen.

Die starken Senioren. Hier geht's zur Großansicht...Bis dahin hatte ich mich dran gewöhnt, dass einige Schilder etwas früher als sonst kamen. Das hat den Vorteil, dass man sich frühzeitig auf Abzweigungen einstellen kann. Weil dann aber in Garlstorf plötzlich eines direkt an der ersten von zwei direkt aufeinander folgenden Abzweigungen stand, folgt man prompt der falschen. Zuvor war ich gar geradeaus gefahren, weil es just in dem Moment mal wieder Stress mit einem überdrehten Autofahrer gegeben hatte. Erst pfiff mich mein Mitfahrer zurück, dann verfuhren wir uns beide.

Gut war, dass diese RTF so ausgeschildert war, dass nach jeder Abzweigung auf dem richtigen Weg ein Bestätigungsschild folgte. Weil dies nun nicht kam, bemerkten wir unseren Irrtum schnell.

Siegfried bietet viel Windschatten. Hier geht's zur Großansicht...Über Lindhorst und Helmstorf gelangten wir wieder zur Kontrolle in Klecken, wo ich Harry und die anderen Teammitglieder bei bester Laune antraf. Sie blödelten grad darüber, wie man am besten den Abbau organisieren könnte.

Das letzte Stück zurück zur TU Harburg führte über Hittfeld, Eddelsen, Tötensen - Ob in dem mich überholenden Ferrari wohl Herr Bohlen mit dem Gaspedal spielte? -, Leversen und Vahrendorf. Insgesamt ca. 125 Kilometer mit über 750 Höhenmeter verzeichnete mein Tacho. Das waren mehr Höhenmeter pro hundert Kilometer als bei der Alpe d'Hittfeld! Auf dem Rückweg blies uns dazu auf freier Strecke oftmals kräftiger Wind entgegen.

Unterwegs beschloss ich, mir wieder einen zweiten Tacho zur permanenten Anzeige der Trittfrequenz zuzulegen. Ich hätte halt gern Armaturen wie im Auto, mit permanenter Anzeige der Geschwindigkeit, Distanz, Drehzahl und Betriebstemperatur - beim Radfahren also die Tritt- und die Pulsfrequenz. Und von einem GPS-Gerät, wie ich es bei zwei davon begeistert berichtenden Radlern gesehen hatte, möchte ich im nächsten Jahr meine Touren aufzeichnen lassen.

Die reifere Dame in der Heide. Hier geht's zur Großansicht...Am Ziel angekommen gab es Kaffee und Kuchen zu Mensa-Preisen. Mein Glück wäre perfekt gewesen, wenn ich statt der Bock- eine Schinkenwurst bekommen hätte.

Weil ich unterwegs immer kurze Stops einlegte, überholten eine ältere Dame und ich uns immer wieder abwechselnd. Sie fuhr die lange Strecke komplett allein, kam kurz nach mir an der TU an. Respekt! Zwei Radler, denen ich nicht lange folgen konnte, entschuldigten sich gar dafür bei mir. Ihr wart nicht zu schnell, ich war an den Steigungen einfach zu schwach, erklärte ich.

In Hamburg und Umgebung sollte man sein Rennrad künftig nicht mehr vor dem September einkellern. Mit der Alma Mater hat die RTF-Saison in Hamburg einen neuen attraktiven Schlusspunkt zu bieten. Wer dann noch Lust zum Radtourenfahren hat, sollte zur RTF Almabtrieb zum Westensee fahren. Bei sonnigem Wetter bewege ich mein Rennrad sogar im Winter draußen.

Es folgen das Höhenprofil und weitere aufgezeichnete Daten. Die Kontrollstationen sind mit roten Linien markiert. Wenn Du nach "RTF ab Harburg" gesucht und eigentlich eine andere hier erwartet hattest, meintest Du sicherlich die RTF ab Neuwiedenthal.

Hier geht's zum Bericht vom Jahr 2008

Graphische AuswertungHier geht's zur Großansicht...

Tabellarische AuswertungHier geht's zur Großansicht...

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