Dritter
Tag des MTB-Wochenendes
im Harz - Der Brocken
Wir
hatten lange hin und her überlegt, ob wir wirklich den Brocken erklimmen
sollten. Der liegt ein ganzes Stück nördlich von Bad Lauterberg und
wäre für uns Hamburger auch im Rahmen einer Tagestour mit dem Auto zu erreichen. Für
den Sonntagmorgen hätte uns der Guide zur Verfügung gestanden, wir
hatten allerdings am Sonnabend festgestellt, dass wir gar keinen brauchen. Und
Jörg riet uns die ganze Zeit von diesem Berg ab: Kein schöner Weg zum
Gipfel und jedes Wochenende erfolgt ein Almauftrieb an Touris, die zu
umfahren wären.
Was
soll 's, das ist wie mit Sir Edmund Hillary und dem Mount Everst: Man will
auf den Berg, weil er da ist. So packten wir denn am Sonntag unsere Sachen
und fuhren mit unseren Autos dem geografischen Höhepunkt unseres
Wochenendes entgegen. Wir starteten am Parkplatz Oderbrück, fuhren zum
Oderteich, auf dem wunderbaren langen Wurzeltrail am Teich entlang, dann
rüber zum traumhaft schönen Märchenweg der uns zum Torfhaus führte.
Weiter ging es über den Goetheweg zum Brocken.
Zur
Trasse der Brockenbahn führte uns ein steiler alter Plattenweg, der von
vielen Wandern bevölkert wurde. Der Weg an der Bahnlinie entlang war zwar
schöner, wir mussten aber immer wieder absteigen, weil sehr hohe Stufen
zu überwinden waren und man zwischen den Fugen der Bohlenwege mit den
Rädern wegsacken konnte.
Das
letzte Stück besteht aus einer Straße. Dort umsäumten uns Wanderer,
Mountainbiker, Rennradfahrer und
einigen Pferdekutschen. Auf
dem Gipfel war ich doch ziemlich enttäuscht. Klar, ich war stolz darauf
aus eigener Kraft auf die 1.141 Metern Höhe geschafft
zu haben und wir hatten eine herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge. Es war
nur halt komisch, wenn sich neben einem eine mit der Bahn angereiste
Gruppe von angetrunkenen Keglern ebenso stolz ablichten lässt.
Nichts
gegen diese Leute, aber wir wären doch lieber mit unserer Art des
Gefühls, es geschafft zu haben, allein gewesen. Auf dem Gipfel sah man
ein ständiges Kommen und Gehen von Tagestouristen. Diesen Berg werden wir
so schnell nicht wieder besuchen. Jörg hat Recht, es gibt schönere Wege
auf für uns Mountainbiker attraktivere Gipfel.
Zwischendurch
hätten wir fast den Anstieg abgebrochen. Vor dem Brocken fing es an zu
regnen und der Wetterbericht hatte Gewitter angekündigt. Weil der Regen
aber bald aufhörte, setzten wir unsere Fahrt fort. Auf dem Gipfel stehend
konnte wir dann das Wetter der nächsten Stunden kommen sehen. Das sah gar
nicht gut aus; dunkle Wolken trieben auf uns zu. Nach kurzer Pause fuhren
wir zurück.
Bergauf
konnte man die Wanderer, Kutschen und anderen Radler locker umkurven,
bergab aber musste man ständig bremsen, um niemanden zu erschrecken oder
gar sich und andere zu gefährden. Allerdings sah ich einen bescheuerten
Rennradfahrer, der mit hohem Tempo die Leute wie Slalomstangen umfuhr. So
ein Trottel! Hätte der sich für sein Training keinen ruhigeren Berg
aussuchen können?
Zum
Glück hatten wir es nicht weit zum Parkplatz, den wir nun direkt über
den Dreieckigen Pfahl anfuhren. Ab dem Plattenweg setzte dann heftiger
Regen ein. Der peitschte einem bei den bis zu 45 km/h bei der Abfahrt
kräftig ins Gesicht. Bei dem Tempo waren wir allerdings ratzfatz zurück
bei unseren Autos.
Auf
der Rückfahrt machten wir einen Abstecher zum 4. Harzer
Mountainbike-Event in Altenau. Wir sahen noch einige ziemlich erschöpfte
Nachzügler ins Ziel kommen. Sympathisch fand ich, dass einer zwar
schieben musste und dabei aber noch ein Lächeln für die Zuschauer übrig
hatte. Auf dem Event-Gelände waren zahlreiche
Räder ausgestellt. Wir verguckten uns einmütig in ein wunderschön
getuntes schwarzes Bike von Stevens.
Neben
dem Start- und Zielbereich an der Eishalle liegt ein verfallene
Skischanze. Die kreuzte der Weg der Teilnehmer des Rennens. Zwischendurch
fuhren immer wieder einige Zuschauer auf Downhill Bikes den steilen Weg
neben der Schanze ins Tal.
Der helle Wahnsinn, wie die dabei über ein
Sprungbrett zu Zehn-und-mehr-Meter-Sprüngen ansetzten und nach der
Landung noch kräftig in die Pedale traten, um noch schneller zu werden.
Kein Wunder, dass man denen nachsagt, dass sie deshalb so exzessiv feiern,
damit sie bei der Abfahrt genügend Restalkohol im Blut haben.
Downhill
wird wohl nicht unsere Disziplin werden. Von unseren Radtouren an diesem Wochenende im
Harz werden wir noch lange träumen, planen aber bereits als Steigerung
konkret an unserem ersten Alpencross.
Text:
Jörg (2. Tag) und ich. Fotos: Niels, Jörg und ich.
Es
folgen weitere Fotos und den Links zurück zu den Berichten von den
anderen Tourtagen, doch zuvor hier
nun noch Jörgs Empfehlungsliste mit seinen schönsten Trials im Harz:
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Schalke nach...,
ja wohin denn Jörg?
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Die
Wolfwarte zur Strasse Altenau-Torfhaus und weiter auf dem unteren Weg zum Torfhaus
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Oderbrück zum Oderteich (Weg beginnt bald rechts hinter Parkplatz Richtung Braunlage)
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Weg um Oderteich und Märchenweg zum Torfhaus
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Über die Hopfensäcke (Torfhaus – Braunlage)
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St. Andreasberg Richtung Oder-Wanderweg und Rinderstall
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Weg runter zur Silberschmiede bei St. Andreasberg
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Unter der Wurmbergseilbahn runter bis Braunlage
Hier geht's zum Bericht vom
ersten Tag
Hier geht's zurück zum Bericht vom
zweiten Tag
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