Türmefahrt
mit dem Mountainbike im Weserbergland rund um Hameln
Der
Blick auf den Wecker zeigt "Halb Acht". Halb Acht? Verdammt
jetzt sollte ich doch schon am Treffpunkt sein. Also, Alarmstart, ran an 's
Telefon und Jörg anrufen. Okay, die Jungs werden im Wesertal auf mich
warten. Bis dahin sind's fast
noch 200 Kilometer, die ich mit durchgedrücktem Gaspedal
hinterher rase. Statt auf die
erwartete angesäuerte Meute treffe ich auf meine bestens gelaunten
Sportkameraden, die mich freundlich begrüßend. Der Tag ist wieder im Lot.
Jetzt kann 's richtig losgehen.
Schon die letzten Kilometer
Autobahnfahrt lassen einen erahnen, dass man als Hamburger auf einer
Fahrt ins Weserbergland in eine andere Welt eintaucht. Ab dem Parkplatz
geht es erst richtig los. Auf Forstwegen sind wir durch wunderschöne
Wälder geradelt. Unser erster Weg führte uns zum Hohenstein,
einer steilen Felsformation am Hang, von der man einen herrlichen Blick
über das Wesertal hat (Foto oben). Zu unserem Erstaunen kletterten uns
von unten Bergsteiger (!) entgegen.
Die
Wetterbedingungen waren ideal, kein Regen, die Temperaturen weder zu kalt,
noch zu warm. Die Wege waren in der
Regel trocken, mit einer Ausnahme: Auf einer Abfahrt bei weit über 30
km/h bestand der Weg kurz hinter einer Kurve aus tiefem Matsch. Als ich
das bemerkte, war 's zu spät. Bremsen: Unmöglich. Ausweichen: Zu spät.
Schneller als ich denken konnte rutschte mein Rad unter mir weg und ich
einige Meter weiter gen Tal. Dabei habe ich wohl versucht mit meinem Brustkorb
einen Stein zu plätten, was mir schlecht bekam. Im ersten Moment hatte
ich Mühe zu atmen.
Mein Rad
hatten meine Kameraden schnell gerichtet und was mich betraf, stellte
Thomas - Rettungssanitäter bei der Berufsfeuerwehr - die Diagnose, dass
evtl. eine Rippe angebrochen wäre. Was soll 's? Mit einer gebrochenen
Rippe gehe ich noch lange nicht nach Hause. Also rauf auf 's Rad und
weiter... Mein Orthopäde war fassungslos. Nein, nicht weil ich
weitergefahren war, sondern weil ich drei Monate vorher schon mal wegen
einem Sturz bei ihm war. Kopfschüttelnd sprach er in sein Diktiergerät:
"Erneuter Sturz". Zum Glück war 's wieder mal nur eine
Prellung.
Durch
Hameln fuhren wir auf die andere Weserseite. Wir fühlten uns wohl zu toll
in unserer Kostümierung in Mitten all der Touristen. Ein Polizist holte
uns auf den Boden der Tatsachen zurück und ließ uns in der
Fußgängerzone schieben. Sehnsüchtig schaute ich auf das Speisenangebot
der zahlreichen Restaurants. Erneut hieß es nun tapfer zu sein, war es
doch meine Verspätung, wegen der nun die Mittagspause gestrichen wurde.
Auf
der anderen Talseite ging es rauf zum Klütturm teilweise so steil bergauf, dass selbst schieben
zur Anstrengung geriet. Oben angekommen gönnten wir uns eine längere
Rast. Statt dem ersehnten Bauernfrühstück begnügte ich mich mit einem
Eis am Stiel und zwei Zigaretten. Dabei entstand ein groteske Situation: Als ich mit meinem Mädel telefonierte,
sah ich plötzlich, dass alle anderen im selben Moment desgleichen
taten. Selbst in den Pausen harmonierten wir nahezu perfekt. Leider gibt 's davon kein Foto, weil wir ja alle mit unseren Handys
beschäftigt waren.
Zum Schluss
lockte dann doch der Gedanke an das Auto. Dummer Weise hatten wir die 250
Meter oberhalb vom Tal geparkt. So mussten wir nochmals alle Kräfte
mobilisieren um den Schlussanstieg zu bewältigen. Streckenweise wurde ich
dabei von Krampfattacken geplagt. Seit diesem Tag parken wir unsere Autos im Tal. Die Anzahl Höhenmeter ist
die gleiche, psychologisch wirkt dies trotzdem vorteilhaft.
Auf
unserer Fahrt waren wir an einigen sehenswerten Wachtürmen vorbei gekommen (Fotos oben). Die Tour
rund um Hameln ging deshalb als "Türmefahrt" in unseren Jargon ein. Schon die vom letzten Jahr galt als legendär. Bei der war ich nicht dabei, aber besser wie in diesem Jahr kann sie kaum gewesen sein.
Die
Bilder rechts oben zeigen unsere Crew, bestehend aus Stefan Krogmann, Thomas Nielsen, Jörg Pape und Niels Sander. Da ich
auf der anderen Seite des Fotoapparates stand, ist da von mir nur das
alte Mountainbike meines Mädels zu sehen.
Letztlich
haben wir ca.
60 Kilometer Strecke mit etwa 1.100 Höhenmetern bewältigt. Es folgen die Protokolle des Tachos. Ein Klick auf die Grafiken - gilt auch
für die Fotos - lässt diese groß erscheinen:
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Graphische Auswertung
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Tabellarische Auswertung
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