CTF
Kattendorf-Struggle des RSC Kattenberg -
Willkommene Abwechslung zwischen Rennen und Training
Von
und mit Bagdad-Biker
Sonntags morgens um
10:00 Uhr mit dem Fahrrad zu fahren ist eigentlich eine sehr angenehme Art das Wochenende ausklingen zu lassen.
Aber nur eigentlich, denn an diesem Sonntag hatte uns Petrus frostige
sieben Grad unter Null als Rahmenbedingung zur Verfügung gestellt.
Der RSC Kattenberg hatte als Veranstalter dieser CTF auf
seiner Internetseite die Anfahrt zum Startpunkt detailliert beschrieben und somit fanden Yvonne und ich uns rechtzeitig am Sportplatz ein. Den ersten guten Eindruck vermittelten die Jungs und Mädels vom RSC Kattenberg durch den reibungslosen Ablauf vor Ort. Schon auf dem Parkplatz wurden die Teilnehmer in Empfang genommen und eingewiesen.
Um 10 Uhr wurde gestartet und nun herrschte doch kurzzeitig etwas Verwirrung bei der Einteilung der Gruppen. Besonders uns als CTF-Neulingen fiel es schwer in dem Getümmel der Fahrer die richtige Gruppe zu finden. Ich sah zu meiner Erleichterung aber noch viele weitere verdutzte Gesichter. Da wir uns aber aufgrund der Temperatur ohnehin entschieden hatten die kleinste Runde von ca. 32
Kilometern Länge zu absolvieren, warteten wir einfach bis zur letzten Gruppe ab.
Die meisten Fahrer hatten sich für die 48 bzw. 68
Kilometer lange Runde entschieden. Sie alle machten auf mich einen sehr professionellen Eindruck. Ich kann es allerdings auch keinem Hobbybiker verdenken, bei diesem Wetter zu Hause geblieben zu sein. So ähnlich muss es auch der Veranstalter gesehen haben und dankte den ca. 80
bis 90 Teilnehmern für ihr Erscheinen.
Unsere Gruppe bestand lediglich aus vier Fahrern und zwei Guides. Die Anzahl
Mitglieder unserer lustigen Gesellschaft verringerte sich später noch um einen Fahrer.
Yvonne musste uns leider vorzeitig verlassen. Mit ihren trotz mit Winterhandschuhen bestückten, völlig blaugefrorenen Fingern konnte sie weder schalten noch bremsen. Sie hatte aber lange und tapfer gegen die eisige Kälte gekämpft, das muss man ihr zugestehen.
Bei welchem Kilometer sie aufgab, kann ich nicht sagen. Mein Tacho vermeldete Totalausfall. Das hat man davon, wenn man seine Ausrüstung bei Tchibo kauft.
Auch mir hatte das Wetter zugesetzt. Buff unterm Helm, Winterhandschuhe und Beinlinge hielten relativ warm. Funktionsunterhemd
und -Shirt, Pulli, Trainingsjacke und meine Regenjacke erwiesen sich sogar im Laufe der Fahrt als zuviel des Guten. Jedoch froren mir in meinen Adidas MTB-Schuhen, die doch eher für sommerliche Temperaturen ausgelegt sind, regelrecht die Füße ein. Sehr schmerzhaft, wirklich! Der Wunsch statt ´nem Sechser im Lotto lieber ein paar Überschuhe an den Füßen zu haben wurde immer größer.
Die Strecke führte teils an Straßen, größtenteils jedoch auf Feldwegen entlang. Es ging von Kattendorf über Struvenhütten an Hüttblek vorbei zum Staatsforst Seegeberg Endern und zurück. Oftmals musste auf den
Reitwegen gefahren werden, was einer Wellblechpiste sehr nahe kam.
Bedingt durch den Frost und das stellenweise Zentimeter dicke
Eis waren die Trails technisch äußerst anspruchsvoll. Einmal zu anspruchsvoll für mich. Vorder- und Hinterrad rutschten zeitgleich auf dem Eis weg und ich hatte die Wahl auf den brettharten Weg zu knallen oder einen Hechtsprung vom Rad runter, auf ein angrenzendes Feld zu machen. Für diesen Sprung erntete ich anerkennende Worte. ``Starke Judorolle, jeder
andere hätte sich auf dem Eis was gebrochen´´ meinte einer der Guides schmunzelnd.
Es war ohnehin eine sehr nette, wenn auch kleine Gruppe. Trotz der Kälte waren wir gut gelaunt und ließen uns Zeit. Zum
Einen um etwas zu schwatzen und zum Anderen um weitere Stürze zu vermeiden. Hier gilt es zu betonen, dass unsere Führer nicht nur dufte Typen waren, sondern auch die Strecke sehr gut kannten und uns stets vor Engpässen oder vereisten Stellen rechtzeitig warnten.
Apropos Eis. Den Inhalt meiner Trinkflasche hätte ich bestenfalls einem Eskimo zur Errichtung eines Einfamilien-Iglus schenken können. Ich danke meinem Mitfahrer, der mir großzügigerweise einen Schluck aus seiner Pulle anbot. Ich nahm dankend an. Isostar on the rocks. Hammerhart.
Nach etwa zwei
drittel der Strecke, ich kann dank des
Tchibo-Tachos ja nur schätzen, erreichten wir die Verpflegungsstation. Sehr gefreut habe ich mich über den alkoholfreien Punsch. Auch für Bananen und Riegel war in reichlichem Maße gesorgt. Großes Lob von meiner Seite.
Überschattet wurde dieser sonst so angenehme Halt von der Botschaft, dass in der Gruppe U 13 die 11-jährige Naima vom RSC so unglücklich gestürzt war, dass sie mit dem Auto abtransportiert werden musste. Ich traf das Mädchen später im Vereinsheim. Sie hatte eine nicht zu übersehende Prellung am Oberschenkel.
Tapfer lächelt sie trotz der Schmerzen in meine Kamera. "So was gehört eben auch
dazu." meinte das wackere Mädel.
Der Rest der Strecke verlief wenig spektakulär. Wir kehrten zum Vereinsheim zurück und sättigten uns an der wirklich vorzüglichen Gemüsesuppe. Auch warmer Tee, Kaffee und reichlich selbstgemachter Kuchen standen zur Auswahl.
Der jüngste Fahrer war übrigens ein elf Jähriger, der zudem als Guide
der U 13 unterwegs gewesen sein soll. Den ältesten Teilnehmer, den ich entdecken konnte, schätze ich auf Ende sechzig. Vor Beiden ziehe ich meinen Helm.
Abschließend kann ich wohl ohne Übertreibung behaupten, dass die Kattenberger sich offensichtlich viel Mühe gegeben
hatten, mit Ihrer CTF. Ich werde bei deren nächsten CTF wieder starten (dann aber mit Überschuhen), da ich zu meiner Freude feststellen konnte, dass eine CTF eine gute Abwechslung zu
standardmäßigen Radrennen und zu den meist allein durchgeführten Trainingsfahrten eines jeden Bikers darstellt.
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