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Langlauf an der Außenalster. Hier geht's zur Großansicht...Hamburg-City-Man 2004 - Durch warme Luft und kaltes Wasser

"Hallo Helmut" höre ich jemanden im Neuen Wall neben mir rufen. Es ist Michael Lewandowski (PME), den nur noch wenige hundert Meter vom Ziel trennen. Eigentlich begrüßt er mich immer mit einem "Hallo Herr Niemeier", aber dafür hatte die Kraft wohl nicht mehr gereicht. Michael: Deinen Auftritt fand ich trotzdem beeindruckend, wie konstant Du die letzten Meter abspultest, dass Du nach all der Anstrengung mich dabei im Augenwinkel gesehen und erkannt hast! Mit dem Fahrrad nahm ich die Verfolgung auf, wollte Dich ablichten, konnte aber auf den engen Fußwegen nicht mit Deinem Tempo mithalten.

In der Wechselzone. Hier geht's zur Großansicht...In diesem Jahr wollte ich zum ersten Mal vom Holsten-City-Man nicht nur von, sondern auch aus der Alster berichten. Daraus wurde nichts, weil ich mal wieder erkältet war. Am Sonntag habe ich dann den Jedermänner und -Frauen auf der Olympischen Distanz nur beim Radfahren und Laufen zugesehen. Als ich im Zentrum ankam, hatte leider auch der letzte bereits das 18 Grad kalte Wasser verlassen. Das hielt mich nicht davon ab, mir den Rest anzuschauen.

Zunächst fiel mir auf, dass die Jedermänner und -Frauen am Sonntag wohl eher weniger als mehr Zuschauer haben, als die auf der Sprintdistanz am Sonnabend. Das liegt wohl daran, dass Sonntags die "Laufkundschaft" fehlt.

Als erstes sah ich mir das Treiben in der Wechselzone an. In diesem Jahr hatte man erstmals freie Sicht darauf. Keine breiten, in Augenhöhe gespannte Bänder schützen mehr die sich umziehenden Athleten vor neugierigen Blicken. Wem das peinlich war, konnte sich in extra bereitgestellten Zelten umziehen. Das Umkleiden ist eigentlich die vierte Disziplin, weil die Uhr weiterläuft. Dementsprechend zügig waren die Sportler auch hier unterwegs.

Zufall oder gewolltes Windschattenfahren? Hier geht's zur Großansicht...Als nächstes fuhr ich entgegen der Fahrtrichtung die Radfahrstrecke bis zum St. Pauli-Fischmarkt ab. Als langjährigen Teilnehmer der HEW-Cyclassics kamen mir anfangs die Zuschauerzahlen recht mickrig vor; die erklären sich einfach dadurch, dass man beim Stadt-Triathlon in Hamburg alle Disziplinen auf engsten Raum bewundern kann. Der Start am Alsteranleger, die Wechselzone auf dem Ballindamm und das Ziel auf dem Rathausmarkt liegen dicht beieinander. Da macht es keinen Sinn, sich die Radfahrer in Höhe der St. Pauli-Landungsbrücken anzuschauen.

Insbesondere beim Radfahrer waren die Teilnehmer der unentwegt strahlenden Septembersonne ausgesetzt, mussten zudem mit kräftigem Westwind kämpfen. Und wer meinte, im Norden wäre jede Strecke flach, dürfte sich über einige Anstiege am Elbhang gewundert haben.

Runter vom Rad vor der Wechselzone. Hier geht's zur Großansicht...Die Verlockungen des Hafenrandes werden die Triathleten wohl kaum wahrgenommen haben. Im Schwimmdock 10 von Blohm & Voss lag dekorativ die MS Europa, gegenüber sonnten sich einige Leute auf dem auf Asphalt aufgeschütteten "Strand Pauli", vom St. Pauli-Fischmarkt wurden grad die Reste abgebaut und vom Feuerschiff klang Old Time Jazz herüber. Dafür blieb ihnen auch der Kontakt mit den Alkis am Stintfang erspart. Kaum zu glauben, welche Gerüche und Geräusche Leute im Delirium absondern können.

Einige Radfahrer fuhren für meinen Geschmack zu dicht hintereinander her. Das ist einerseits riskant, weil Windschattenfahren beim Triathlon verboten ist und zahlreiche Kontrolleure auf Motorrädern auf die Einhaltung der Regeln achteten, andererseits hatte ich mich vor dem Rennen gefragt, wie man denn bei dem großen Teilnehmerfeld immer die geforderten Abstände einhalten soll, ohne deshalb oftmals bremsen zu müssen.

Weiter geht's zum Langlauf. Hier geht's zur Großansicht...Neben Kontrolleuren hatte der Ausrichter sehr viele ehrenamtliche Helfer an der Strecke postiert, wie z. B. Uwe Holtmann, Leiter der Deichwacht Hamburg-Mitte, der freundlich und mit ausdrucksstarken Gesten den Verkehr auf der abgesperrten Strecke regelte.

Ich sah weitere Helfer des THW, von der Freiwilligen Feuerwehr z. B. aus Lokstedt und solche vom Roten Kreuz, die prompt zum Einsatz kamen. An der Außenalster hörte ich plötzlich "Sanitäter"-Rufe. Einige hundert Meter weiter hinter der Amerikanischen Botschaft war ein Mann bis zum Umfallen gelaufen, war plötzlich einfach zusammengebrochen. Die Sanis liefen samt Ausrüstung zu Fuß zu ihm, gefolgt von einem Rettungswagen. Als ich auf Höhe des Läufers eintraf, wurde er bereits von den Rettungssanitätern versorgt, wirkte immer noch stark mitgenommen.

Die Touristen im Altercabrio bestaunten die Läufer. Hier geht's zur Großansicht...Die meisten Läufer waren wohl nicht so sehr von ungesunden Ehrgeiz getrieben, viele machten Gehpausen. Um einen reibungslosen Start vom Alsteranleger zu ermöglichen, war die komplette Alsterdampfer-Flotte ausgelaufen. Auf einem Alstercabrio sah ich die Leute den Läufern zuschauen. Daneben lag ein Polizeiboot, dass die Läufer ebenfalls im Blick hatte, um notfalls zu helfen.

Leider habe ich außer Michael Lewandowski keinen Kollegen von der Haspa erspähen können. Pech hatte Björn Goth (MS), der leicht verschnupft war und nur dank einer Aspirin-Tablette an den Start gehen konnte. Vor dem Einchecken fiel ihm der Tacho aus und er musste sich quasi im "Blindflug" die Kraft für die 40 Kilometer lange Distanz einteilen. Trotzdem war er neun Minuten schneller als im Vorjahr. Die Krönung war dann, dass ihm jemand in der Wechselzone die Neoprenanzug stahl!

Der Moderatorenstand am Ziel auf dem Rathausmarkt. Hier geht's zur Großansicht...So weit war ich erst gar nicht gekommen. Als ich mir die Startunterlagen und den Starterbeutel abholte, kamen in mir schon Zweifel auf, ob ich gesund wäre. Als gelernter Organisator hatte ich mir selbstverständlich einen minutiösen Zeitplan für die letzten 24 Stunden vor dem Rennen samt einer genauen Packliste erarbeitet. Alles vergebens. 

Im Ziel wurden immer wieder Läuferinnen und Läufer anhand ihrer Startnummer über Lautsprecher namentlich angesprochen, ihre Heimatstadt oder gar Heimatland und ihr Teamname verkündet. Die Moderatoren hatten das Publikum gut im Griff, sorgten für eine fröhliche Atmosphäre und animierten die Leute immer wieder die ankommenden Athleten zu feiern. Im nächsten Jahr möchte ich endlich hören, wie der Moderator meinen Namen ausspricht.

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