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Jedermannrennen -> Berichte -> GP Triberg-Schwarzwald '09


GP 7...GP Triberg-Schwarzwald - Friesenjung goes to Schwarzwald

Es berichtet Forumsmitglied Friesenjung

Erst einmal möchte ich natürlich noch einmal bei Helmut bzw. dem Veranstalter Kai Sauser für das absolut gelungene Wochenende bedanken!! Im Forum auf Helmuts-Fahrrad-Seiten wurden Startplätze für den GP Triberg-Schwarzwald verlost, die das volle Angebot enthielten: Freitags Einzelzeitfahren, Samstag Straßenrennen, erst das der Profis anschauen, dann selber als Jedermann starten, Sonntag RTF oder Radmarathon mit Höhenmetern satt, dazu Übernachtung mit Frühstück im Massenquartier. Das alles kostenlos für zwei Personen.

GP 1...Nachdem ich also nun erfuhr, das ich unter sechs Bewerbern der glückliche Gewinner des Rennwochenendes in Triberg sein sollte, brauchte ich natürlich einen zweiten Mann. Bei einem Vorlauf von nur knapp zwei Wochen sollte das gar nicht so einfach sein, wie sich herausstellte. Weder aus meinem Heimatverein, noch aus meinem Jedermannteam Team Westpoint fand sich jemand der kurzfristig Zeit hatte! Da ich aber in den letzten Jahren bei sehr vielen Rennveranstaltungen zu Gegen war und dort sehr viele Freunde gefunden habe, fand sich dann schließlich doch ein Radsportler der sicherlich mit der Herausforderung dort zu Recht kommen würde. Schließlich wurde er gerade vor kurzem Deutscher Meister im Duathlon und die Jungs können auch richtig gut Radfahren!?

So machte ich mich also am Freitagmorgen um 07:00 Uhr auf den Weg nach Oldenburg, um dann nach Triberg durch zu rauschen. Schließlich sollte um 17:00 Uhr der erste Start erfolgen. So bügelten wir zwei über Deutschlands Autobahnen und erreichten Triberg um 15:00 Uhr. Gemeindehaus schnell gefunden, Unterlagen für die drei Tage empfangen, Schlaflager zeigen lassen und wieder ab zum Auto, um die Räder klar zu machen.

GP 2...Ganz schön hügelig stellte ich schnell fest - und irgendwie so gar nicht mein Terrain!? Wie auch, bei meinen Veranlagungen: 180 cm groß, 79 kg schwer, Beine wie ein Frosch - halt ‚n Sprintertyp bzw. Zeitfahrer wenn es flach ist! „Flach gibt es hier nicht“ sagte man mir. „und die RTF die sie sich ausgesucht haben (168 Kilometer mit 3.200 Höhenmetern) ist nicht zu unterschätzen!!“

Egal, dachte ich mir, ich habe ja das gute Colnago mit und da ist ne Kompaktkurbel drauf und hinten sogar ein 27er-Ritzel. Also Klamotten an, Luft aufgepumpt und los bei strahlendem Sonnenschein die Strecke für das Einzelzeitfahren anschauen. „4,5 Kilometer?? Ist ja nicht mehr als ein etwas lang angezogener Sprint?“, dachte ich mir. Was ich nicht so richtig auf dem Zettel hatte, waren die zum Teil 20 % auf der Strecke, und so richtig viel flacher wurde es auch nie. Au Weiha. Wir also zur Startrampe, wo wir die 34 Fahrer trafen, die überhaupt sich das antun wollten.

GP 3...Irgendwie viel ich da mit meiner Statur aus dem Rahmen. Kamen die alle von ner Fastenkur oder kriegen die zu Haus nichts zu essen? Egal, ich also auf die Startrampe und los ging es. Über Kopfsteinpflaster einem Fußweg zu, der um die Dorfkirche herum zum oberen Teil des Ortes führt, mit sehr engen Kurven und gleich richtig steil. Danach ging es dann auf einer Strasse die Geutsche (so heißt der Berg) hoch. Gleich neben dieser Straße stürzt sich Gutach zu Tal, weltbekannt als die Triberger Wasserfälle.

Mein Puls war sofort bei 190 Schlägen, was schon meinen „tiefdunklen“ Bereich bedeutet. Das 27er-Ritzel war auch sofort in Benutzung und irgendwie kam ich mir wie bei einer Krötenwanderung vor. Frosch halt! Zwei von diesen „Hungerharken“ überholten mich dann auch, was auch nicht gerade Motivation fördernd ist. Im Ziel begrüßte mich dann mein Kollege und ich konnte erst einmal keinen Pieps sagen, geschweige denn gerade aus schauen.

GP 3...18:58 Min. für gerade mal 4,5 Km? Da konnte ich ja wohl von Glück sagen, nicht mit dem Rad umgefallen zu sein? Es sollte aber noch langsamer gehen, sodass ich also nicht Letzter wurde. 27. war ich am Schluss und mein Duathlonkollege wurde 12. Der Schnellste fuhr übrigens irgendetwas bei nur 14 Minuten.

Die Verpflegung im Gemeindehaus und die Unterkunft waren klasse, inklusive des Frühstückes am darauf folgenden Tag. Samstag sollten wir auf die Runde des Profirennens gehen, was eine 25 Km Runde ist, wo jede Runde knapp über 500 Hm hat. Wir „nur“ zwei, die Profis sechs Mal. Diesen sch... Hügel mit seinen 20 % mussten wir an diesem Tag herunter und am Ende wartet dann ne 180 Grad Kehre.

Zu allem Überfluss regnete es auch noch was vom Himmel nur so herunter kam. Also stellten wir uns an die Strecke, um mal zu schauen wie die Profis das so machen. Der Erste, der da in der ersten Runde ankam, fuhr erst einmal gleich in den Zaun! Moreau, der als zweiter kam, rief nur noch „Piano, Piano“, was wohl so etwas wie „ immer schön langsam mit den jungen Pferden“ bedeuten sollte, gefolgt von Heinrich Haussler, Patrick Sinkewitz usw. Für die Profis wurde es immer trockener, sodass sie auf der Abfahrt bis zu 108 Km/h drauf hatten.

GP 8...Als die Profis in ihre letzte Runde gingen, sah die Kurvenfahrt schon geschmeidiger aus. Dann waren wir dran. Und wer ahnte es nicht, schon: pünktlich zu unserem Start öffnete der Himmel wieder seine Schleusen und wir und Strecke waren mal wieder nass.

„Na super“ dachte ich mir, „nicht nur das ich hier schon wieder Berge fahren muss, nee jetzt muss ich auch die 20% Abfahrt im Regen runter.“ 85 Km/h hatten wir da auch noch drauf und das Bremsgeräuch ging durch Mark und Bein. Es ging aber alles gut. Am Schluss wurde ich 41. und mein Kumpel 17. von 64 Fahrern.

Für Sonntag stand dann nur noch die RTF auf dem Programm, die sich Kandelrunde nannte. Wie schon erwähnt über 168 Km und 3.200 Höhenmeter.

GP 5...Zu allem Überfluss stellte ich am Samstagabend fest, dass sich die Kurbel am Colnago gelöst hatte und keiner einen so langen 8er-Inbus dabei hatte, um in das Tretlagergehäuse zu kommen. Ich hatte ja noch ein Rad mit, aber mit vorn 53/39 und hinten nur max. ein 23er, damit musste es aber irgendwie gehen. Am Kandel dann (10,5 Km Anstieg mit max.15 % Steigung und insgesamt 900 hm) wünschte ich mir die Kompaktkurbel her, aber es musste halt ohne gehen. War also wieder mal „Krötenwanderung“ angesagt. Oben angekommen war ich sichtlich erschöpft und hatte da noch ca. 110 Km vor mir!?

Zu allem Überfluss fing es wieder mal an zu schütten. Also anhalten Regenjacke an und weiter. Es kamen noch etliche Anstiege und Abfahrten und mein Verstand beschränkte sich nur noch auf Essen, Trinken, weiter treten und bloß nicht Stürzen. Zum Ende wurde es wieder trocken und meine Beine machten das ganz gut mit. Nach sechs Stunden war ich dann wieder in Triberg und zum Schluss wurde sogar noch mal richtig gefightet.

GP 6...Ja, und dann? Duschen, Klamotten packen, Räder ins Auto. Von Kai Sauser habe ich mich noch einmal persönlich verabschiedet, mit der Androhung im nächsten Jahr wiederkommen zu wollen. Da bringe ich dann aber bestimmt Verstärkung mit.

Dem ganzen Orgateam von Sauser Sport & Event Management, auch Herrn und Frau Sauser Senior, meinen allergrößten Dank für den erstklassigen Service und die Betreuung vor Ort. Da fällt es meines Erachtens leicht über die Entfernung hinweg zu sehen. Da fahre ich dann am Sonntag den Marathon über 234 km mit 5.200 hm!? Und wenn ich es mir so Recht überlege, fahre ich vom 28. bis 30. August da wieder runter und fahre beim RiderMan mit, der vom gleichen Veranstalter ausgerichtet wird!?

Um 23:00 war ich dann wieder zu Hause. Zwar völlig kaputt, aber mit dem Glücksgefühl im Bauch dies erlebt haben zu dürfen!

Bilder vom Profi-Rennen (außer "Kurve"): Veranstalter

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