CTF
Rund um Ratzeburg - Auch ohne Anführer Spaß gehabt
Nach der RTF- beginnt die CTF-Saison. Die CTF Rund um Ratzeburg war
2007 die erste in der mittlerweile schon recht langen Liste der CTFs im
Norden. Die neue Saison war noch so neu, dass man wohl deshalb für die Teilnahme
noch den Preis aus der alten Saison erhob. Mir hat diese CTF viel Spaß gemacht, obwohl ich schon
nach etwas über zwölf Kilometern meine Gruppe verloren hatte.
Den Veranstalter
traf keine Schuld daran, dass es unsere Gruppe zerriss. Der hatte sie nach
etwas über zehn Kilometern nach Leistungsvermögen geteilt. Einige schnelle
Fahrer trauten sich jedoch nicht sich der schnelleren Gruppe anzuschließen,
fuhren auf den nächsten zwei Kilometern die langsamere kaputt!
Im Vorjahr hatte es wohl viele Gruppen zerrissen, weil
auf CTFs leider viele Fahrer sich undiszipliniert verhalten. Die wollen
anscheinend nicht
verstehen, dass eine CTF eine Gruppenfahrt ist, bei der die Gruppe nicht
nur geschlossen losfährt, sondern auch ebenso wieder ankommt. Im
Gegensatz zu einer RTF sind bei einer CTF die Routen nicht ausgeschildert.
Um sie zu finden, muss man dem Anführer folgen. Wenn der sich aber von
einigen adrenalingeschwängerten Teilnehmern zu weit nach vorne treiben
lässt, verlieren die anderen den Anschluss.
Das Radsport Team Lübeck
hatte aus dem Vorjahr gelernt, ließ die Gruppen wie bei der Einweisung
vor der Tour angekündigt nach den ersten
Kilometern neu nach Leistungsstärke und -Willen sortieren. Trotzdem
verlor ich meine Gruppe, weil zwar der RST, nicht aber die Teilnehmer
dazugelernt hatten. Von Anfang signalisierten einige Fahrer in der von mir
gewählten langsamsten Gruppe, dass es ihnen nicht schnell genug voran
ging. Deren Wahl der falschen Gruppe ließ sich später halbwegs
korrigieren.
Nach etwas über zehn Kilometern fuhren wir einen steilen Hang hinab,
an dessen Ende man neben einer Treppe fahren oder besser schieben musste.
Dabei zog es die Gruppe weit auseinander. Dahinter warteten unser Führer
bis alle zusammen standen. Unser Frontmann teilte uns in zwei Gruppen auf, wollte
einfach unsere große Gruppe halbieren. Die grad vorne standen sollten die
schnellere, die dahinter die langsamere Gruppe bilden. Mein Kollege
Henning Koller von der BSG Haspa wollte mit den schnellen, Detlef
Schmeelke und ich mit den langsamen fahren.
Die Idee war gut, fand aber
bei denen kein Gehör, die in der schnelleren Gruppe dann die langsameren
Fahrer gewesen wären. Als die Schnellen losfuhren, blieben sie einfach
stehen. Als sie dann mit den langsameren "l a n g s a m"
losfahren sollten, nahmen sie sofort mit hohem Tempo die Verfolgung der
anderen Gruppe auf. Konsequenz: Keine zwei Kilometer weiter war meine Gruppe weg, nicht
mehr zu sehen.
An einer Kreuzung stand ein anderer Fahrer, wie ich vermutete ein
Ostfriese, jedenfalls antwortete er nur einem Grunzlaut, als ich ihn fragte, ob meine Gruppe hier vorbei gekommen
sei und in
welche Richtung sie gefahren wäre.
Aha, geradeaus, dachte ich mir und fuhr weiter. Da standen zwei weitere
Radler, die mir versicherten, dass meine Gruppe hier nicht vorbei gekommen
sei. Also wieder zurück zur Kreuzung. Dort traf ich drei weitere
Nachzügler. Einer fuhr nach links, einer nach rechts, der dritte mit mir
zurück.
Weil die Strecke wohl zur Unterstützung der nicht so ortskundigen
Führer teils ausgeschildert war, fanden wir den Abzweig in einen Waldweg,
den wir schon vorher hätten folgen sollen. Wir taten es nun, orientierten
uns mittels der Schilder, bis uns Leute aus unserer Gruppe entgegen kamen,
die ebenfalls meinten den Pfeilen zu folgen. Nun war die Verwirrung
komplett.
Die Leute holten ihre Karten und Zettel raus und wir versuchten uns
gemeinsam zu orientieren. Einer gab sich als einer unser Führer zu
erkennen, der am Ende gefahren war. Ihn traf keine Schuld an dem Malheur.
Er war erst vor wenigen Wochen aus Dresden kommend nach Lübeck umgezogen,
hatte nur einmal die Strecke mit seinen künftigen Vereinskameraden
"im Anhängerbetrieb" mitgefahren und war gleich als
"Führer" eingesetzt worden. Immerhin hatte er einen Zettel mit
einem Überflieger von der Route dabei, wie ihn meiner Meinung nach jedem
Teilnehmer für den Fall der Fälle ausgehändigt werden sollte. Ein
Überflieger dient allerdings nicht der genauen, sondern nur der groben
Orientierung.
Ein
anderer hatte eine Radwanderkarte dabei. Da sind aber längst nicht alle
Wege drauf, wie sie bei einer CTF gefahren werden. Ein weiterer gab
entnervt auf, fuhr einfach mit dem Rad heim. Zu
viert fuhren wir weiter, bis wir zu einer Gabelung gelangten. Wir
schickten je einen Kundschafter in beide Richtungen. Den linken behielten
wir im Blick, der rechte verschwand im Wald und kam nicht wieder. Wir folgten dem linken. So
verpassten wir die Verpflegungsstation. Am Ziel trafen wir unseren rechten
Kundschafter wieder. Er hatte das Depot entdeckt und uns über das gute Verpflegungsangebot wohl
glatt vergessen.
Wir ließen uns die gute Laune nicht vergällen. Nachdem wir uns über einen frisch gepflügten Acker gekämpft hatten,
suchten wir uns unseren Weg. Wir genossen die Fahrt durch die wunderbar herbstlich gefärbte Landschaft. Weil
wir das Depot verpasst hatten, versorgten wir uns selbst, teilten unsere
Notrationen. Großenteils fuhren wir auch dem richtigen Weg, den wir für
kurze Zeit wieder verloren, erst an den Seen auf den Karten klar erkennen
und folgen konnten. Andere Teilnehmer haben wir erst am Ziel wieder
gesehen.
Mein Mountainbike ist nur ein Leihrad. Normalerweise fährt mein Mädel
darauf mit Straßenbereifung.
Für meine Geländefahrten habe ich einen zweiten Laufradsatz mit
Geländereifen. Weil es Tage vorher nicht regnete, hatte ich mir den Umbau
erspart. Ein Fehler. Leichter Regen in der Nacht vor der CTF ließ mich
manchmal ziemlich unsicher über Matsch und glitschiges Laub eiern.
Den um die 125 Teilnehmern bot das Kuchenbuffet
im Ziel eine enorme Auswahl, von der ich keinen Gebrauch machte, weil ich
in Hamburg zu Kaffee und Kuchen eingeladen war. Im nächsten Jahr werde
ich zwei Stücke nehmen.
Dieser Bericht erschien hier so spät und wenig
detailreich, weil mein Mädel weitere Nutzungsmöglichkeiten meines PCs
entdeckt hat. Ich habe keine Lust mich zu konzentrieren, wenn sie während
ich eine Geschichte erzählen möchte, laufend nachfragt, wer denn wieder
was via Messenger und im Chat-Programm geschrieben hat und zwischendurch
via VoIP mit dem PC nach Polen telefoniert. Folgerichtig haben wir ein Notebook für
sie gekauft. Auf dem habe ich meine Notizen vom Band abgetippt. Weil das
gebrauchte Gerät einen Einstellungsfehler aufwies, haben wir unter
anderem das Betriebssystem neu installiert und vorher die Festplatte
formatiert. Im Eifer des Gefechts haben wir dabei alle Notizen gelöscht.
Weitere Meinungen
über die CTF
Rund um Ratzeburg findest Du hier.
Meine ca. 30 Fotos
von der CTF stehen hier.
Weil wir nicht den richtigen Weg und einige kleine Schleifen fuhren, ist
das GPS-Protokoll
nahezu wertlos. Du findest es hier.
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