Bungsberg-CTF
ab Eutin - Wenn der Berg ruft...
Eigentlich finde ich es Quatsch, hunderte Kilometer mit dem Auto zu
fahren, um dann nur 36 Kilometer auf dem Rad zu sitzen, aber in Zeit
ausgedrückt sieht die Relation schon anders aus. In einer Stunde waren
wir dort, haben einige schöne Stunden auf und mit dem Rad in wundervoller
Natur verlebt. Im übrigen sind wir dem Ruf des Berges gefolgt, dem
Bungsberg, mit 168 Metern Höhe die höchste Erhebung in
Schleswig-Holstein.
Auf die Frage, warum ich denn partout auf diesen Berg rauf fahren
wolle, entgegnete ich immer, das sei wie mit Sir Edmund
Hillary und dem Mount Everest. Sir Hillary pflegte auf diese Frage
zu antworten: "Weil er da ist." Na ja, der Vergleich hinkt
etwas, aber ich wollte ihn einfach mal sehen und erfahren. Zu meiner
Enttäuschung hatte mir Motta erzählt, dass die Kuppe auf einer Weide
liegt. Diese schlechte Nachricht habe ich verkraftet, bin dann trotzdem
mit meinem Freund Matthias Meyer gen Norden gefahren und habe es nicht
bereut.
Das
tolle an dieser CTF ist nicht der Berg selbst, sondern die Touren drum
herum und wie man den Berg darin mit einbezogen hat. Auf dem Berg lag das
Depot, dass von allen Routen immer wieder angefahren wurde. So
dass man dort die Gruppe wechseln konnte. Die
Strecke war gut, führte kaum mal über Asphalt. Der Boden war teils sehr
weich, allerdings nach Meinung anderer Teilnehmer nicht so wie im Vorjahr,
als es während der Tour nonstop geregnet hatte. Das
Wetter war trocken, nicht zu kühl, weil windstill.
Die Landschaft ist schön, wenn auch kein touristisches Glanzlicht.
Große, kaum zu übersehende Schilder führten
uns durch den Ort zum Start am Riemannhaus, einem
angenehmer Ort, an dem man sich hinterher entspannen und gemütlich
zusammensitzen konnte. Ich schätze grob, dass etwas über 100 Leute
teilgenommen haben. Ich traf Herman, Harry Weiland und Motta, der die
schnellste und längste Gruppe anführen sollte. Er wirkte auf mich
freundlich und doch etwas angespannt. Erst später wurde mir klar, warum.
Matthias
und ich labten uns zunächst an dem heißen Tee und Rosinenbroten, die auf
einem Tisch hinter dem Riemannhaus dargeboten wurden. Erst nach der CTF
erkannte ich, dass Motta mit den Marathon-Fahrern schon die erste 30 km
lange Etappe gefahren hatte und nun gleich mit seiner Gruppe weiterfahren
wollte. Der Tee und die Brote waren nur ihn und seine Leute gedacht.
Meinen Respekt dafür, dass so ein kleiner Verein einen CTF-Marathon
angeboten hat. Dafür müssen einige Leute für wenige Leute sehr viel
Arbeit vor und während des Marathons leisten.
Matthias und ich fuhren
die gemütliche 36er-Runde. Im Gegensatz zu meiner Erfahrung mit einigen
anderen CTF wurde so rücksichtsvoll gefahren, dass niemand abgehängt
wurde. Die Leute samt den Führern der Gruppe waren nett zueinander. Kein
Wunder, waren doch die üblichen Verdächtigen von der RSC Kattenberg
dabei. Freundlich waren auch die Helfer am Start und am Depot. Es war zwar
Volkstrauertag, aber bei allem Respekt für die Leute, denen es zu
gedenken galt, waren wir bestens gelaunt, weil dieser Tag dank der CTF in
doppelter Hinsicht ein Feiertag war.
Es
gab einige Pannen, unter anderem platte Reifen und gebrochene Speichen.
Auf dem Bungsberg bei der Verpflegungsstation stand ein Servicewagen mit
Leuten, die Reparaturen ausführten. Ich ärgerte mich wieder über die
Kettenschaltung an meinem Mountainbike. Nach Fahrten durch tiefen Matsch,
bergauf und im Stand schaltet sie schlecht oder gar nicht. Es muss ja
nicht gleich eine Rohloff-Schaltung sein. Jede 8- oder
9-Gang-Nabenschaltung mit Freilauf wäre mir lieber gewesen, als die im
harten Einsatz hakelige Shimano-XT, die mir die Laune vergällen wollte.
Das Profil wies nur wenige steile Anstiege auf.
Das letzte Stück mit 22 % rauf zum Bungsberg haben zumindest aus meiner
Gruppe alle geschoben. Einige Teilnehmer der
"gemütlichen" 56er-Gruppe beklagten sich darüber, dass dort
geheizt würde. Viele von denen schlossen sich unserer Gruppe an. Sie
passten sich gut ein, allerdings wurde unsere Gruppe recht groß und
unübersichtlich dadurch. Unsere Führer schafften es trotzdem uns
geschlossen zurück nach Eutin zu bringen.
Die
Verpflegung auf dem Bungsberg war gut. Super schmeckte mir die Tamara
Kirschmarmelade von Aldi zwischen den Rosinenbroten. Ein
Hit war die aufgepflanzte Regenrinne an der Station, in der die benutzten
Becher geworfen wurden. Statt einem großen Müllberg erhielt man so einen
kleinen Stapel. Weil auf dem Schild daran nur "Becher" stand,
versuchte jemand sich daraus einen sauberen zu fingern, allerdings waren
seine Arme zu kurz und das Gelächter groß.
Das Kuchenbuffet im Riemannhaus war üppig. Drei
verschiedene Stücke Käsekuchen nahm ich für Stück einen Euro mit nach
Haus. Meine Ehefrau und Käsekuchenexpertin war später voll des Lobes
über die Backwaren der TS Riemann. Es gab auch Hühnchen- und
Gulaschsuppe. Ich wählte letztere, die selbst mir alten Trüffelschwein
mundete. BDR-Mitglieder zahlten den erhöhten neuen,
Nicht-Mitglieder noch den alten Startpreis.
Weitere Meinungen
über die Bungsberg-CTF findest Du hier.
Meine über 90 Fotos
von der Bungsberg-CTF stehen hier.
Ob meinen Ärger über mein schon vor dem Start
vollgequatschtes Diktiergerät vergaß ich mein GPS-Gerät einzuschalten.
Doppelt Schade.
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